Management hofft auf mehr Pharmaaufträge
Qiagen stellt höhere Gewinne in Aussicht

Der deutsch-niederländische Biotech-Zulieferer Qiagen N.V. ist erfolgreich ins Jahr gestartet. Wie das Unternehmen mitteilte, stieg der operative Gewinn des ersten Quartals um 18 Prozent auf 21,4 Mill. Dollar. Der Gewinn pro Aktie erhöhte sich den Angaben zufolge von 0,08 Dollar auf 0,09 Dollar.

lee FRANKFURT/M. Qiagen beliefert industrielle und universitäre Biotech-Labors mit Reagenzien und Instrumenten. Darüber hinaus stellte das Unternehmen bis letztes Jahr auch synthentische DNA her. Diesen Geschäftsbereich verkaufte Qiagen im vergangenen Sommer jedoch.

Wegen der von Analysten begrüßten Desinvestition war der Umsatz im ersten Quartal leicht rückläufig. Rechnet man die rund zehn Mill. Dollar Umsatz heraus, den Qiagen im im Vorjahresquartal mit synthetischer DNA umgesetzt hatte, stieg der Umsatz jedoch um elf Prozent auf 95 Mill. Euro.

Das Qiagen-Management bekräftigte seine Prognosen für das Gesamtjahr. Demnach soll der Umsatz bis zum Jahresende um mindestens 15 Prozent steigen und sich auf 414 bis 422 Mill. Dollar summieren. Der Gewinn je Aktie werde auf 0,44 bis 0,47 Dollar anwachsen. Das sind 22 bis 30 Prozent mehr als 2004.

Vorstandschef Peer Schatz schloss in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters jedoch auch nicht aus, dass er die Prognosen im Jahresverlauf noch einmal anheben werde. Die Börse reagierte dennoch unbeeindruckt, was Aktienhändler darauf zurückführten, dass die in der Nacht zum Dienstag publizierten Zahlen exakt im Rahmen der Erwartungen lagen. Gestern gab die im Tecdax notierte Aktie gegen den Trend leicht nach.

Qiagen gehört zu den Biotech-Unternehmen, die am längsten am deutschen Aktienmarkt notiert sind. Wie viele Titel des Sektors hat die Aktie eine gewaltige Talfahrt hinter sich. Im Jahr 2000 notierte das Papier bei mehr als 60 Euro, heute ist es gerade noch knapp 10 Euro wert.

Das Geschäftsmodell von Qiagen unterscheidet sich erheblich von denen forschender Biotechnologiefirmen wie Morphosys oder GPC Biotech. Während letztere einen hohen Finanzierungsbedarf für die Entwicklung neuer Wirkstoffe haben, verdient Qiagen als Lieferant an den Forschungsaktivitäten derartiger Unternehmen.

Aber nicht nur aufstrebende Biotechfirmen benötigen Labormaterialien für ihre Forschung. Auch Universitäten und andere öffentliche Forschungseinrichtungen sind Kunden von Qiagen. Im Kerngeschäft - Produkten zur Aufreinigung von Nukleinsäuren - entfallen nach Unternehmensangaben 45 Prozent der Umsätze auf öffentliche Forschungseinrichtungen. Insgesamt trägt die Sparte 89 Prozent zum Qiagen-Umsatz bei.

Neue Impulse erhofft sich das Qiagen-Management vor allem aus der Pharmaindustrie. In den vergangenen Monaten fiel bei der Entwicklung neuer Krebsmedikamente immer wieder auf, dass die Wirkstoffe, nicht bei allen Patienten wirken. Da Experten davon ausgehen, dass dies an der genetischen Disposition der Versuchspatienten lag, rechnen viele Experten damit, dass in Zukunft verstärkt genetische Tests in die klinische Entwicklung neuer Präparate einbezogen werden.

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