Management warnt den Kreml vor Ausfällen bei der Produktion
Yukos geht in drei Wochen das Geld aus

Das Management von Yukos hat davor gewarnt, dass der angeschlagene Ölkonzern spätestens Mitte August in den Bankrott steuert, sollte die Regierung an ihrem Kurs gegenüber Russlands größtem Ölförderer festhalten.

tom/mzi BERLIN/MOSKAU. Die Justiz hatte zu Beginn der Woche angekündigt, die beschlagnahmten Aktien der größten Fördereinheit von Yukos, Yugansneftegas, zur Begleichung von Steuerforderungen von 3,4 Mrd. Dollar zu verkaufen.

„Das Unternehmen war noch im Stande, sein Cash-Defizit im Juli zu decken, aber es könnte möglicherweise nicht länger als maximal bis Mitte August dazu in der Lage sein“, erklärte der Yukos-Vorstandschef Steve Theede gestern auf einer Pressekonferenz in Moskau. Damit seien auch Produktionsausfälle wahrscheinlich. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte noch im Juni versichert, dass der Staat kein Interesse am Bankrott eines der größten Unternehmen im Land habe.

Die Äußerungen des Yukos-Managements sorgten auf den Ölmärkten für Unruhe. Der Preis für die Nordseemarke Brent zog am frühen Nachmittag in London leicht an. Yukos ist für rund 60 Prozent der russischen Ölexporte verantwortlich und fördert täglich so viel Öl wie das Opec-Mitglied Indonesien.

Analysten sehen die Auswirkungen eines Bankrotts des Konzerns auf die Export-Fähigkeit Russlands aber dennoch gelassen: „Die Ölmärkte sind zur Zeit sehr nervös und reagieren daher sofort auf solche Nachrichten“, sagt James Nixey, Experte am Londoner Royal Institute for International Affairs. Im schlimmsten Fall werde es zu geringen Förder-Ausfällen kommen, die von Produzenten wie Lukoil und Sibneft ausgeglichen werden könnten. Allerdings nur kurzfristig: „Im Grunde produzieren alle Unternehmen im Russland am Rande ihrer Kapazität“. Mittelfristig könnte es daher dann zu Engpässen bei der Versorgung im Land kommen.

Seite 1:

Yukos geht in drei Wochen das Geld aus

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%