Management will kurzfristig 1000 Stellen abbauen
GM steht vor neuem Konflikt in Europa

Anderthalb Jahre nach einer harten Restrukturierung schlittert der Autokonzern General Motors (GM) in Europa mit seinen Marken Opel, Vauxhall und Saab auf einen neuen Konflikt mit der Belegschaft zu.

RÜSSELSHEIM. Die Pläne des Managements, kurzfristig knapp 1000 Stellen im britischen Astra-Werk Ellesmere Port zu streichen, haben die Arbeitnehmer alarmiert. „Wenn GM in Großbritannien kurzen Prozess macht, dann gibt es dort Streik“, sagte der oberste GM-Arbeitnehmervertreter in Europa, Klaus Franz, dem Handelsblatt.

Aus Protest gegen die Stellenabbau-Pläne legten am Donnerstag bereits mehrere hundert Beschäftigte in Ellesmere Port die Produktion still. Sie folgten damit einem Aufruf der Gewerkschaften, die Arbeit sofort ruhen zu lassen. GM-Europachef Carl-Peter Forster hatte zuvor erstmals die Streichpläne bestätigt und eine rasche Entscheidung angemahnt. „Wir können nicht mehr wochenlang debattieren“, sagte er bei der Vorstellung des neuen Opel-Geländewagens Antara in Rüsselsheim.

Damit droht der Konflikt zwischen Belegschaft und Management noch im Sommer zu eskalieren. Denn Franz will nur über eine Gesamtlösung für die anstehenden Kapazitätsanpassungen in den europäischen Astra-Werken verhandeln. Zudem pocht er auf eine neue Beschäftigungssicherung als Grundlage für die Gespräche. GM rechnet bei der kommenden Generation des wichtigsten Opel-Modells Astra, das 2009 auf den Markt kommt, mit Produktivitätsfortschritten von 25 bis 30 Prozent, wie es in Unternehmenskreisen heißt. Rechnerisch wären damit in naher Zukunft tausende weitere Arbeitsplätze überflüssig.

Neben Ellesmere Port wird der Astra derzeit auch in Bochum sowie in Antwerpen gebaut. Außer den bisherigen GM-Fertigungsstätten bewerben sich auch das Saab-Stammwerk im schwedischen Trollhättan und das Werk im polnischen Gleiwitz um die nächste Generation der Kompaktklasse. Forster betonte, Ziel von GM Europe sei es, alle Werke zu erhalten. Um dies zu erreichen, müssten die Werke aber „ultraproduktiv“ sein. Die Produktivität in den derzeitigen Astra-Produktionsstätten sei momentan gut, aber von der in den besten Werken noch entfernt.

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