Manager der Fonds sind auf die Wertmaximierung ihrer Investments verpflichtet: Doppelspiel um Sanofi und Aventis

Manager der Fonds sind auf die Wertmaximierung ihrer Investments verpflichtet
Doppelspiel um Sanofi und Aventis

Über den Erfolg des unerbetenen Übernahmeangebots von Sanofi-Synthélabo für Konkurrent Aventis entscheidet womöglich nicht das Eingreifen eines dritten Pharmakonzerns – obgleich die Novartis AG in Finanzkreisen immer häufiger als Kandidat genannt wird. Große Fonds, die zugleich bei Sanofi und Aventis engagiert sind, haben ein Wort dabei mitzureden, ob die Offerte ein Erfolg wird oder scheitert.

HB DÜSSELDORF. Und auch ein US-Finanzinvestor könnte Einfluss nehmen: Aventis verhandelt offenbar mit einem US-Fonds über den Verkauf kleinerer Bereiche seiner Pharmasparte – mit einem Transaktionsvolumen von bis zu 1,5 Mrd. Euro. Laut „Frankfurter Allgemeiner Zeitung“ könnte der potenzielle Käufer Blackstone sein. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hatte am Montag das Übernahmeangebot des US-Fonds für den Chemiekonzern Celanese genehmigt. Die Gespräche mit Blackstone liefen seit mehreren Wochen und hätten mit dem Übernahmeversuch durch Sanofi nichts zu tun. Aventis könnte die Verhandlungen nun beschleunigen, um schneller Geld in die Kasse zu bekommen und für den Konkurrenten an Attraktivität zu verlieren.

Unmittelbaren Einfluss haben die Fonds, die Anteile an den Pharmakonzernen halten. Vor allem französische Institute treiben ein Doppelspiel: Sie haben sich in den vergangnen Wochen im Aktionärskreis beider Firmen zugleich so weit nach vorn geschoben, dass sie die Aktienkurse maßgeblich mitgestalten können. Informationen der französischen Zeitung „La Tribune“ zufolge ist Ecureuil Gestion, die Vermögensverwaltung der französischen Sparkassen, bei Aventis seit kurzem zweitgrößter Anteilseigner nach der grundsätzlich verkaufswilligen Kuweit Petroleum Co., die rund 15 % an Aventis hält. Ecureuil ist auch viertgrößter Investor bei Sanofi.

Der Ölkonzern Total, mit 24,5 % größter Sanofi-Aktionär, will sein Paket bis Jahresende loswerden; die zweitplatzierte L’Oréal (19,5 %) will an ihrem Investment festhalten. Von den US-Fonds der Capital Group (6,76 %) ist keine Festlegung bekannt. Die französische Sparkassengruppe gilt trotz ihrer Umformung in eine Genossenschaftsorganisation vor vier Jahren als staatsnah und dürfte eher im Lager von Sanofi stehen. Ähnliches gilt für Crédit Agricole Asset Management, die im Aventis-Aktionärskreis Nummer sechs und bei Sanofi Nummer vier ist. Der Kapitalmarktarm der staatlichen Förderbank CDC, CDC Ixis Asset Management, liegt bei Aventis auf Platz 13, bei Sanofi auf Platz sechs. Die konservative Société Générale liegt nach Recherchen von „La Tribune“ bei beiden Konzernen auf Rang zehn. Da bisher keines dieser Investments bei der Börsenaufsicht AMF angemeldet wurde, ist davon auszugehen, dass sie jeweils unter 5 % liegen.

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