Manager sieht auch Probleme bei heimischen Luxusmarken
GM-Vize sieht Automobilstandort gefährdet

GM-Vizechef Bob Lutz sagt dem Automobilstandort Deutschland schwere Zeiten voraus. „Wenn es keine Änderungen in der deutschen Kostenstruktur gibt, sehe ich über kurz oder lang Deutschland als Produktionsstätte für Automobile gefährdet“, sagte Lutz in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview der Wochenzeitung „Die Zeit“.

HB HAMBURG. Der Vizechef des weltgrößten Autokonzerns, zu dem auch Opel gehört, warnte vor einem Vormarsch japanischer und koreanischer Marken auch in der Oberklasse.

Bei den europäischen GM-Töchtern Opel, Vauxhall und Saab hat Lutz gerade ein rigoroses Umbauprogramm angestoßen. „Entwicklung und Produktion müssen europaweit und sogar weltweit integriert werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Probleme durch den Vormarsch der Japaner sieht der 72jährige Branchenveteran Lutz nicht nur bei Massenmarken wie Opel, sondern auch für BMW, Audi und Mercedes: „Die deutschen Renommiermarken verlieren in den USA zur Zeit Marktanteile gegen japanische Luxusmarken“, stellt der GM-Vize fest und warnt seine deutschen Kollegen: „Wenn ich heute bei einem deutschen Luxusautomobilhersteller wäre, würde ich mir ziemliche Sorgen machen.“

Ein wesentlicher Grund sei der starke Euro, der den Wettbewerb verzerre. Dies komme einseitig japanischen und koreanischen Autoherstellern zugute, weil etwa die japanische Nationalbank den Kurs des Yen nach unten manipuliere. „Wenn Amerikaner und Europäer den Japanern nicht auf die Finger klopfen, nehmen die uns die ganze Industrie weg“, warnt Lutz.

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