Managergehälter
VW-Chef sieht keinen Handlungsbedarf

Nachdem die Schweiz am Sonntag einem Volksbegehren gegen überzogene Managervergütungen zugestimmt hat, sieht VW-Chef Winterkorn keine Notwendigkeit die Managergehälter in Deutschland zu kürzen.
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GenfVW-Chef Martin Winterkorn sieht nach dem Schweizer Volksentscheid keine Notwendigkeit für eine Deckelung von Managergehältern in Deutschland. „Die Schweiz ist die Schweiz, und Deutschland ist Deutschland“, sagte Winterkorn am Montagabend in Genf. Die Menschen in der Schweiz hätten sicher ihre Gründe für die Entscheidung gehabt. „Ich glaube nicht, dass es in Deutschland dafür Gründe gibt.“

Die Schweizer hatten am Sonntag einem Volksbegehren gegen überzogene Managervergütungen mit rund 68 Prozent zugestimmt. Die Initiative zielt darauf ab, Exzesse bei Bonus-Zahlungen, Abfindungen und Gehältern für Manager börsennotierter Unternehmen durch die Stärkung der Aktionärsrechte zu unterbinden.

Die CSU hat sich ebenfalls offen für schärfere Regeln gezeigt. Auch Managergehälter bräuchten Maß und Mitte, sagte die CSU-Landesgruppenvorsitzende Gerda Hasselfeldt der Zeitung "Die Welt" (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht. "Mehr Transparenz im Verfahren zur Festlegung der Gehälter und mehr Verantwortung für die Gesellschafterversammlungen sind ein Weg dort hin, den wir auch als Gesetzgeber gehen könnten, ohne unangemessen in die Rechte der Unternehmenseigentümer einzugreifen." Die CSU werde das Thema auf der Agenda behalten und europäische wie nationale Initiativen prüfen.

Dagegen warnte der Arbeitgeberverband Gesamtmetall die Politik vor übereilten Schritten und einer generellen Begrenzung der Bezüge. "Für mich ist entscheidend, dass ein Bonus nur bei langfristigem Erfolg eines Unternehmens gezahlt werden sollte", sagte Verbandspräsident Rainer Dulger der "Bild"-Zeitung. Über die Höhe von Gehältern und Prämien entschieden in den großen Konzernen ohnehin auch die Arbeitnehmervertreter mit. Für die meisten Manager und Führungskräfte stelle sich die Frage nach einer gesetzlichen Begrenzung zudem gar nicht. "Im Mittelstand sind so hohe Gehälter und Boni ohnehin die Ausnahme."

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert sprach am Montag von einem interessanten Ergebnis, das man genau unter die Lupe nehmen sollte. Die EU-Kommission begrüßte das Votum. Bis Jahresende will Brüssel nun Vorschläge mit einer ähnlichen Stoßrichtung vorlegen. FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle hält in Deutschland sogar noch vor der Bundestagswahl eine Gesetzesänderung für möglich. Die Liberalen wollen dazu bei ihrem Parteitag am kommenden Wochenende einen entsprechenden Antrag beschließen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Managergehälter: VW-Chef sieht keinen Handlungsbedarf"

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  • kein Staat der Welt hat das Recht sich iin Gehaltszahlungen einzumischen. Das sind alles private Unternehmen die ihren Angestellten und Managern so viel Zahlen können wie sie wollen!!! Alle anderen Gutsmenschenargumente sind vom Sozialneid zerfressen, scheinheilig und heuchlerisch. Aber die deutschen sind eben so.

  • Wenn man die Frösche fragt, ob ihr Tümpel ausgetrocknet werden soll, werden sie auch keinen Handlungsbedarf sehen!

  • Vielleicht sollte man es nicht verbieten sondern einfach nur Fair-steuern!

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