Industrie

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Managergehälter: VW-Chef Winterkorn will weniger Geld

Mit einem Jahresgehalt von 17,5 Millionen Euro war VW-Chef Martin Winterkorn der Rekordverdiener unter den Unternehmenschefs. Nun will der Automanager sein eigenes Gehalt begrenzen.

Best verdienender deutscher Manager: Martin Winterkorn gibt sich selbst genügsam. Quelle: dapd
Best verdienender deutscher Manager: Martin Winterkorn gibt sich selbst genügsam. Quelle: dapd

Wolfsburg/BerlinDer Top-Verdiener unter den deutschen Managern, VW-Chef Martin Winterkorn, hat sich für eine Begrenzung seines eigenen Gehalts ausgesprochen. „Bei allem Erfolg des Konzerns können die Steigerungen nicht ins Uferlose weitergehen“, sagte er dem „Spiegel“ in einem am Freitag vorab veröffentlichten Interview.

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Für das Jahr 2011 bekam Winterkorn je nach Berechnung bis zu 17,5 Millionen Euro. Im Fall unveränderter Bonusregeln könnte der Chef von Europas größtem Autobauer für das vorige Jahr auf bis zu 20 Millionen Euro kommen. „Wenn ich wirklich 20 Millionen bekäme, wäre das den Menschen sicherlich nicht mehr zu vermitteln“, räumte Winterkorn ein.

Gehaltsstudie Welche Chefs in Europa am meisten verdienen

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Er finde es deshalb richtig, dass der Aufsichtsrat von Volkswagen die Regeln für die Vorstandsvergütung ändere: „Ich gehe davon aus, dass ich für das Jahr 2012 weniger bekomme als für das Jahr 2011.“ Das Kontrollgremium berät derzeit noch über die Details der Reform. Beschlossen ist das vollständige Regelwerk allerdings noch nicht. Es soll spätestens bis zur Bilanzvorlage im März fertig sein.

Die millionschweren Vergütungen von Topmanagern sorgen regelmäßig für Aufregung. Erst am Dienstag hatte die Regierungskommission für gute Unternehmensführung („Corporate Governance“) eine Deckelung der Gehälter von Vorständen börsennotierter Unternehmen vorgeschlagen.

Dossier zum Download Martin Winterkorn – der „Zuviel-Verdiener“

Das größte Problem des VW-Chefs ist sein Erfolg: Nach den aktuellen Konzernkriterien dürfte er 2012 rund 20 Millionen Euro verdient haben. Mit dem Aufsichtsrat tüftelt er nun an der Begrenzung der Vorstandsgehälter.

Dossier zum Download: Martin Winterkorn – der „Zuviel-Verdiener“

Winterkorn hatte auf die Kritik an der Höhe seiner Bezüge schon im Frühjahr 2012 reagiert. Er könne „verstehen, dass manche sagen, das ist zu viel“. Allerdings entscheide nicht er, sondern der Aufsichtsrat über das Gehalt. Dessen Chef, Winterkorn-Intimus und Ex-Vorstandschef Ferdinand Piëch, hatte den Manager seinerzeit in Schutz genommen: Der VW-Boss trage enorme Verantwortung, und in den USA verdienten Führungskräfte teils noch mehr als in Winterkorns Fall.

  • 09.02.2013, 10:08 UhrErkanD

    Von mir aus kann Winterkorn noch mehr ausgezahlt bekommen. Es wäre mir sogar lieber! Vorausgesetzt er versteuert sein Gehalt in Deutschland, dann zahlt er für alles über 250000 doch 45% Spitzensteuer + Soli. Wenn er es nicht bekommt, dann bekommt es der Aktionär. Der hingegen kommt mit 25% + Soli davon. Gleiches gilt für andere Beschäftigte im Konzern. Würde man die Winterkorn-Millionen auf Sie verstreut auszahlen, würden sie wegen dem geringeren Steuersatz viel weniger Einkommensteuer zahlen als Winterkorn, weil das zu versteuernde Gesamteinkommen auch weniger ist :)

  • 08.02.2013, 20:08 Uhrklauswagner

    Blockiert mal wieder die Shift-Taste?
    Bringen Sie doch erst mal das in Ordnung, bevor Sie hier weiter Beiträge einstellen, die genau deshalb nicht gelesen werden!

  • 08.02.2013, 18:18 UhrArmer_Geldscheffler

    Die Diskussion über angeblich zu hohe Managergehälter würde es überhaupt nicht geben, wenn man das normale Arbeitnehmervolk nicht so gnadenlos ausquetschen würde. Von mir aus soll der Herr Winterkorn jeden Abend in seinen Geldspeicher gehen und die Geldscheine mit einer Heugabel umwenden, damit sie nicht anfangen zu schimmeln. Wenn man aber bedenkt, wie viele Zulieferfirmen von VW mit Knebelverträgen zu existenzbedrohenden Preisnachlässen gezwungen werden oder wieviele unterbezahlte Zeitarbeiter dafür sorgen, dass der VW-Boss sich die Taschen vollstopfen kann, da wird einem nur noch übel. Leben und leben lassen, hieß es früher mal. Der Tag wird kommen, an dem die Menschen den Konzernbossen ihr Gehalt nicht nur nicht mehr gönnen, sondern sich ihren vermeintlichen Anteil mit Gewalt holen wollen. Und wieder andere werden dabei applaudieren. Ich würde niemals mit einem Konzernboss, der Millionen kassiert, tauschen wollen. Was muss das für ein elendes Leben sein, wenn man keinen Schritt vor die Haustür machen kann, weil man ständig Angst haben muss, dass einem etwas zustößt, nur weil man sein Leben ausschließlich über das Geldscheffeln definiert? So gesehen ist Winterkorn ein ganz armer Mann.

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