Managerin stellt Minderheitsbeteiligung in Frage
GM offen für Verkauf der Finanzsparte

Der angeschlagene Autokonzern General Motors hat erstmals eine komplette Trennung von seiner Finanzsparte GMAC nicht mehr ausgeschlossen. „Die Zeiten ändern sich, und wir werden sehen, wie es mit ihr GMAC weitergeht“, sagte gestern GM-Vizepräsidentin Maureen Kempston Darkes.

hz FRANKFURT. GM deutet damit zum ersten Mal an, dass es zu einer grundlegenden Neuordnung seines Geschäfts bereit ist. Nach Informationen aus Branchenkreisen verhandelt der US-Autobauer derzeit mit dem Finanzinvestor Cerberus, der 51 Prozent an GMAC sowie 80,1 Prozent an Chrysler hält, über einen Tausch seiner GMAC-Anteile gegen das Autogeschäft des drittgrößten US-Autobauers.

Der Autobauer aus Detroit wollte die Gespräche aber bislang ebenso wie Cerberus und Chrysler nicht bestätigen. Chrysler-Chef Bob Nardelli räumte in einer internen Mail an die Mitarbeiter lediglich ein, dass Chrysler auf dritte Parteien zugegangen sei, die an der Entwicklung von zukünftigen Möglichkeiten mit Chrysler interessiert seien. Der Name GM fiel aber nicht.

Cerberus ist laut Branchenkreisen an der vollständigen Übernahme von GMAC interessiert. Dies könnte der Schlüssel für eine Fusion von GM und Chrysler sein. Ziel des Finanzinvestors sei es, Chrysler mit einem Rivalen zu verschmelzen und dann am fusionierten Konzern beteiligt zu bleiben, hieß es. Die Gespräche zwischen beiden Seiten seien in den vergangenen Tagen fortgesetzt worden, berichtete die „New York Times“.

Branchenexperten sehen einen Zusammenschluss allerdings skeptisch. Auch der Verwaltungsrat von GM soll zurückhaltend auf die Pläne reagiert haben. Chrysler ist hinter GM und Ford der kleinste amerikanische Autohersteller. Daimler hatte erst Mitte vergangenen Jahres eine Mehrheit von 80,1 Prozent von Chrysler an den Finanzinvestor Cerberus verkauft.

Ein Zusammenschluss von GM und Chrysler würde einen Giganten schaffen, der 35 Prozent des US-Marktes für PKW und leichte Nutzfahrzeuge kontrollierte. Er verfügte aber auch über eine unübersichtliche Fülle an Produkten, Marken, Werken und Mitarbeitern.

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