Managerwechsel
Stühlerücken im BMW-Vorstand

Doppelter Wechsel an der BMW-Spitze: Friedrich Eichiner wird Finanzvorstand und soll der starke Mann neben Konzernchef Reithofer werden. Jüngstes Vorstandsmitglied wird der neue Personalchef Harald Krüger. Auf das Duo warten schwierige Aufgaben. Weil alle wichtigen Märkte sind eingebrochen sind, müssen sie ein neues Sparprogramm vorbereiten.

MÜNCHEN. BMW muss erneut seinen Vorstand umbauen. Der bisherige Strategievorstand Friedrich Eichiner übernimmt ab sofort das Finanzressort von Michael Ganal, der aus gesundheitlichen Gründen sein Amt vorerst nicht weiterführen kann. Der 54-jährige Ganal bleibt aber weiterhin Mitglied des Vorstandes, teilte BMW mit. Er habe aber keinen konkreten Aufgabenbereich. Der gebürtige Schwabe hatte das Finanzressort erst 2007 von Stefan Krause übernommen, der Anfang des Jahres zur Deutschen Bank wechselte. Bereits am Montag hat der neue Personalvorstand Harald Krüger die Nachfolge von Ernst Baumann angetreten.

Der 53-jährige Eichiner vertrat bereits seit September Ganal im operativen Geschäft. Im November präsentierte er gemeinsam mit Konzernchef Norbert Reithofer die Zahlen für das dritte Quartal und musste die herben Einbrüche in der BMW-Bilanz verteidigen. In BMW-Kreisen gilt Eichiner als kommender starker Mann neben Reithofer.

Denn schon als Vorstand für die Konzern- und Markenentwicklung hatte der Ingenieur eine Schlüsselstellung. Das erst 2007 geschaffene Ressort ist die BMW-Zukunftsschmiede. Hier laufen die Fäden für das „Project I“ zusammen, das BMW-Citycar des kommenden Jahrzehnts, das auch mit Elektromotor fahren soll. Und Eichiner führte auch die Kooperationsgespräche mit dem Erzkonkurrenten Daimler über die Möglichkeiten für gemeinsamen Einkauf und Entwicklung. Diese Aufgaben übernimmt jetzt Vorstandschef Reithofer persönlich.

Räumlich sitzen die beiden ohnehin schon Tür an Tür im 22. Stockwerk des BMW-Vierzylinders. Dort wartet ein Berg von Problemen. „Die Krise übertrifft alles, was wir kennen“, sagte Reithofer Anfang November, und seitdem stehen die Bänder im Konzern praktisch still. Alle wichtigen Märkte sind im zweiten Halbjahr eingebrochen. Alleine in den ersten neun Monaten musste BMW eine Milliarde Euro auf nicht gedeckte Leasingwerte abschreiben. Und für 2009 sieht es noch finsterer aus. Im Brot-und-Butter-Geschäft fehlen neue Modelle. Setzt sich die Krise fort, droht BMW in die roten Zahlen abzurutschen. Eichiner muss nun das Geld an allen Ecken und Enden einsammeln, ohne Zukunftschancen wie das „Project I“ zu gefährden.

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