Mannesmann
Chronik: Eine Übernahme und ihre Folgen

Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) verkündet am Mittwoch sein Urteil im Revisionsverfahren um die Freisprüche von sechs Spitzenmanagern im Mannesmann-Prozess. Unter ihnen befinden sich Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der damalige Mannesmann-Vorstandsvorsitzende Klaus Esser und der frühere IG-Metall-Chef Klaus Zwickel.

Im Kern geht es um die Frage, ob sich die Richter der Auffassung des Landgerichts Düsseldorf anschließen, dass die millionenschweren Prämien und Abfindungen an Top-Kräfte im Jahr 2000 bei der Übernahme des Düsseldorfer Traditionskonzerns durch den britischen Konkurrenten Vodafone nicht strafrechtlich zu beanstanden sind. Insgesamt waren damals 57 Millionen Euro geflossen. Die Verhandlung ist auf maximal zwei Tage angesetzt.

Eine Chronik der Mannesmann-Übernahme und des juristischen Nachspiels:

  • 14. November 1999:

    Vodafone-Chef Chris Gent legt ein erstes Übernahmeangebot vor und bietet für eine Mannesmann-Aktie 43,7 Vodafone-Aktien. Mannesmann lehnt zunächst ab. Vodafone kündigt ein erhöhtes Angebot an.



  • 23. Dezember 1999:

    Vodafone legt den Aktionären ein neues Angebot vor, das bis zum 7. Februar gilt.



  • 3. Februar 2000:

    Mannesmann und Vodafone beschließen nach tagelangen Geheimverhandlungen eine „einvernehmliche“ Fusion. Gent (oben) und Esser schütteln einander die Hände



  • 18. Februar 2000:

    Die IG Metall spricht erstmals von „unanständig hohen“ Zahlungen an mehrere Mannesmann-Manager. Damit gelangt erstmals die Höhe der Abfindungen an die Öffentlichkeit.



  • 23. Februar 2000:

    Die beiden Stuttgarter Anwälte Mark Binz und Martin Sorg reichen Strafanzeige gegen Esser wegen Verletzung des deutschen Aktiengesetzes ein. Die Bezüge des Vorstandes müssten „in einem angemessenen Verhältnis“ zu Aufgaben und Lage des Unternehmens sein, kritisieren sie.



  • 3. April 2000:

    Die Staatsanwaltschaft lehnt nach einer ersten Prüfung die Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens ab.



  • 20. Dezember 2000:

    Die Rechtsanwälte Binz und Sorg legen bei der Generalstaatsanwaltschaft Beschwerde ein und erweitern ihre Anzeige um den Straftatbestand der Bestechlichkeit.



  • Mitte März 2001:

    Die Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft leitet ein Ermittlungsverfahren gegen Esser und seine Mitarbeiter ein.



Seite 1:

Chronik: Eine Übernahme und ihre Folgen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%