Mannesmann-Prozess beginnt
Kritik an Exzessen wird immer lauter

Der Prozess um die Millionen-Prämien für frühere Mannesmann-Manager ist kein gewöhnlicher Rechtsstreit. Wenn der Vorstandschef der größten deutschen Bank auf der Anklagebank Platz nimmt, hat dies auch symbolische Bedeutung.

HB FRANKFURT/MAIN. Ob die Vorwürfe gegen Josef Ackermann überhaupt ins Gewicht fallen oder der Prozess dem Wirtschaftsstandort Deutschland schadet, darüber lässt sich streiten. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung steht das Verfahren stellvertretend für die wachsende Kritik an den Exzessen von Top-Managern: astronomische Gehälter, Selbstbereicherung, Vertuschen von Fehlern.

In den Zeiten des „Shareholder Value“ wurde die Steigerung des Aktienkurses vor allem in den USA zum entscheidenden Kriterium für den Erfolg von Managern. Der Abstand zwischen den Gehältern einfacher Angestellter und den Vorstandsvergütungen - aufgebläht durch Aktienoptionen, Gewinnbeteiligungen sowie Prämien bei Einstellung oder Ablösung - wuchs ständig.

Die Entlohnung deutscher Führungskräfte war im internationalen Vergleich traditionell eher niedrig, und anders als in den USA redete man nicht gern darüber. „Über dem Thema lag ein großer Nebel des Schweigens“, sagt Michael Kramarsch, Geschäftsführer bei der Unternehmensberatung Towers Perrin, die unter anderem Gutachten zu Manager-Bezügen erstellt. In den vergangenen Jahren setzte dann ein Aufholprozess ein, der die umstrittenen Vergütungen auch stärker ins Licht der Öffentlichkeit rückte.

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