Mannheimer Versorger
MVV Energie fühlt sich stark genug für Beteiligung an Thüga

Die MVV Energie sieht sich trotz der Finanzkrise stark genug für eine Beteiligung an der Stadtwerke-Holding Thüga. Der Mannheimer Versorger steigerte Gewinn und Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr deutlich. Das Gesamtpaket, in der rund 110 Beteiligungen an Kommunalversorgern gebündelt sind, würde MVV rund vier Mrd. Euro kosten.

DÜSSELDORF. "Thüga ist ein sehr interessantes Unternehmen", sagte Vorstandsmitglied Werner Dub am Donnerstag. Dub, der den Mannheimer Versorger bis zum Antritt des neuen Chefs Georg Müller zum Jahreswechsel leitet, bekräftigte damit das Interesse an der Eon-Tochter. Man werde sich sicherlich die Unterlagen anschauen, wenn Eon den Verkaufsprozess starte.

Deutschlands größter Energiekonzern hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass er einen Verkauf der Thüga prüft, in der er rund 110 Beteiligungen an Kommunalversorgern gebündelt hat. Das Gesamtpaket wird auf rund vier Mrd. Euro geschätzt. Die MVV Energie ist gemeinsam mit anderen Kommunalversorgern wie der Kölner Rheinenergie an einer Übernahme interessiert. Nach Dubs Worten hat sich der Mannheimer Versorger, der zu den größten kommunalen Energieunternehmen in Deutschland gehört und an der Börse notiert ist, mit einer Kapitalerhöhung vor rund einem Jahr bereits die Finanzierung seines Wachstums gesichert. Die Finanzkrise treffe die MVV deshalb nicht. Im laufenden Geschäftsjahr 2008/09 (zum 30. September) habe das Unternehmen keinen Refinanzierungsbedarf.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) um 25 Prozent auf 249 Mio. Euro und der Jahresüberschuss um 56 Prozent auf 170 Mio. Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 17 Prozent auf mehr als 2,6 Mrd. Euro.

Dub verwies auf einen im Vergleich zum Vorjahr deutlich kälteren Winter, der den Absatz von Strom und Gas angekurbelt habe, und einen erfolgreichen Verkauf von Strom an Firmenkunden außerhalb der Heimatregion Rhein-Neckar. Zudem habe die MVV ihre Kosten gesenkt und von der Inbetriebnahme einer neuen Müllverbrennungsanlage profitiert.

Der Versorger zeigte sich für das laufende Jahr zwar optimistisch. Eine konkrete Prognose will er aber erst zur Bilanz-Pressekonferenz Ende Januar geben. Erst dann sei abzusehen, wie sich das Wetter im Winter entwickle, erläuterte Dub.

Technik-Vorstand Dub leitet das Unternehmen kommissarisch seit Ex-Chef Rudolf Schulten Anfang Oktober als Finanzvorstand zur Energie Baden-Württemberg (EnBW) gewechselt ist. Am ersten Januar tritt Georg Müller seine Nachfolge an. Der 45-jährige Müller ist bislang Chef des Regionalversorgers RWE Rhein-Ruhr.juf/HB

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