Manroland
Offenbacher Alleingang möglich

Manroland soll nach dem Willen des Insolvenzverwalters vorerst zusammengehalten werden. Doch es werden auch andere Varianten diskutiert: Eine Abspaltung des Offenbacher Betriebsteils scheint möglich.
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München/Offenbach/AugsburgDer Insolvenzverwalter des zusammengebrochenen Druckmaschinenbauers Manroland will das Unternehmen vorerst zusammenhalten. Nach der Pleite am vergangenen Freitag gehe es nun um die Sicherstellung des Geschäftsbetriebs, erklärte Verwalter Werner Schneider am Montag. „Nur wenn die manroland AG ihre Produktion ohne große Einschränkungen weiter fortsetzen kann, ist die Suche nach einem finanzkräftigen Investor erfolgversprechend.“ Die nötigen Mittel sollen aus einem Kredit kommen, der mit der Insolvenzmasse besichert ist. Die entsprechenden Verhandlungen hätten begonnen. „Ich hoffe sehr, dass die Beteiligten sehr zeitnah dem Unternehmen und den Mitarbeitern helfen werden“, sagte Schneider.

Eine Möglichkeit scheint eine Abspaltung des Offenbacher Betriebsteils mit rund 1.900 Beschäftigten zu sein. Ein Vertreter des Insolvenzverwalters habe angekündigt, bevorzugt einen Investor allein für die in Offenbach angesiedelte Produktion von Bogendruckmaschinen zu suchen, berichtete Betriebsratschefin Alexandra Roßel am Montag in Offenbach. Die Ankündigung sei sehr positiv aufgenommen worden.

Was anderswo als gefährliche Zerschlagung des Unternehmens mit Hauptsitz in Augsburg gesehen würde, nährt nach Roßels Angaben in Offenbach Hoffnung. Mit dem in der vergangenen Woche abgesagten Einstieg eines Investors wäre eine weitgehende Schließung des Standorts verbunden gewesen, sagte die Betriebsrätin. „Offenbach hätte bluten müssen.“

Die 6.500 Beschäftigten erhielten nun drei Monate lang Insolvenzgeld. Mitarbeiter, die bislang in Kurzarbeit waren, würden wieder voll beschäftigt.

Die beiden Eigentümer Allianz und MAN haben Manroland vergangene Woche überraschend in die Insolvenz geschickt, nachdem Kapitalspritzen nach kurzer Zeit aufgezehrt waren, die Banken Kredite über 150 Millionen Euro nicht verlängern wollten und der Schweizer Investor Capvis als Interessent abgesprungen war.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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