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Manroland wird zerschlagen: Massenentlassungen bereits am Monatsende

Im Werk Plauen des insolventen Druckmaschinenherstellers Manroland gibt es bald Massenentlassungen. Mehr als 500 Arbeitsplätze werden gestrichen. Für das Werk Offenbach ist weiter eine Landesbürgschaft im Gespräch.

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Vielen Mitarbeitern von Manroland in Plauen droht die Entlassung. Quelle: dapd
Vielen Mitarbeitern von Manroland in Plauen droht die Entlassung. Quelle: dapd

Dresden/AugsburgBeim Druckmaschinenhersteller Manroland gibt es in Plauen (Vogtland) Massenentlassungen. Bereits zum Monatsende werden 527 Arbeitsplätze im Werk gestrichen, wie der IG-Metall-Bezirksbevollmächtigte Stefan Kademann am Donnerstag sagte. Nur 296 Arbeiter, darunter 43 Auszubildende, würden in Plauen weiter beschäftigt.

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Angesichts der Zahlen zeigte sich Kademann geschockt. „Wir hatten gehofft, dass wir deutlich besser aus der Situation raus kommen“, sagte er. Derzeit sind 823 Menschen bei Manroland in Plauen beschäftigt, davon 104 in Altersteilzeit. Sie sind ebenfalls von der Insolvenz betroffen.

Der Kampf um Manroland

  • Lübecker Gruppe gegen US-Investor

    Zwei Bieter wollten Manroland zumindest in Teilen übernehmen. Auf der einen Seite stand die Lübecker Possehl-Gruppe, auf der anderen der US-Investor Platinum Equity, ein Beteiligungsunternehmen.

  • Unterschiedliche Sanierungskonzepte

    Während Possehl vor allem am Standortort Augsburg mit seiner Rollendruckfertigung interessiert ist, will Platinum Berichten zufolge das komplette Unternehmen übernehmen.

  • Struktur des Käufers

    Die Possehl-Gruppe, die jetzt zum Zuge kam, ist ein Konzern mit neun unabhängigen Geschäftsbereichen - vom Straßenbau über die Herstellung von Kuvertier- und Textilmaschinen bis hin zu Beteiligungen an mittelständischen Unternehmen. Der Konzern erzielte 2011 nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro.

  • Wachstum durch Übernahmen

    Weltweit werden rund 9300 Mitarbeiter beschäftigt, die Hälfte davon in Deutschland. Zukäufe in allen Bereichen gehören zur Strategie des Mischkonzerns.

  • Der amerikanische Investor

    Platinum Equity mit Sitz in den USA ist eine Beteiligungsgesellschaft und hält Anteile an vielen verschiedenen Firmen in ganz unterschiedlichen Branchen. In Deutschland kaufte Platinum 2010 etwa den insolventen Fürther Granulatehersteller ECKA.

  • Interessent gab sich bedeckt

    Anders als Possehl wollte sich Platinum im Vorfeld nicht dazu äußern, ob und in welchem Umfang für Manroland geboten wird. Seit 1995 hat Platinum mehr als 120 Übernahmen getätigt. Beteiligungsunternehmen kaufen Firmen, um sie etwa nach einer Sanierung weiter zu verkaufen.

Am Mittwoch hatte der Gläubigerausschuss beschlossen, den insolventen Druckmaschinenhersteller zu zerschlagen. Rund 2200 Arbeitsplätze in Deutschland fallen weg. Am härtesten trifft es den Standort Offenbach, wo nach Angaben von Insolvenzverwalter Werner Schneider rund 1000 Stellen gestrichen werden. Erst am Dienstag hatte der Konkurrent und Weltmarktführer Heidelberger Druck angekündigt, 2000 Stellen abzubauen. Die Landesregierung in Hessen zeigte sich prinzipiell offen für eine Landesbürgschaft zur Rettung des Offenbacher Werkes.

Zwei Monate nach der Pleite von Manroland verkündete Schneider am Mittwoch ein Konzept für den Erhalt aller drei deutschen Standorte - allerdings mit nur noch 2500 statt bisher 4700 Beschäftigten: Der Gläubigerausschuss votierte für die Zerschlagung des Konzerns und den Verkauf des größten Werks Augsburg an die Lübecker Possehl-Gruppe. Das Familienunternehmen sicherte zugleich langfristige Lieferbeziehungen mit dem Werk im sächsischen Plauen zu, das vorerst vom Management und vom Insolvenzverwalter als neuen Eigentümern fortgeführt wird. Diese Lösung stelle eine Auslastung sicher, und eine spätere Beteiligung von Possehl am Plauener Werk sei in Aussicht, erklärte Schneider.

Das Werk in Offenbach soll ebenfalls vom Management zusammen mit dem Insolvenzverwalter übernommen und saniert werden. Sobald ein anderer Investor gefunden ist - im Gespräch sind Chinesen - will Schneider aussteigen. Diese Lösung habe eine solide wirtschaftliche Basis und gute Zukunftsaussichten, brauche zur Finanzierung aber eine Bürgschaft der hessischen Landesregierung, sagte Schneider. „Im Grunde genommen beginnt jetzt für Offenbach die zweite Runde“, sagte er. „Wir haben nicht alle Zeit der Welt, aber eine gewisse Basis.“

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2 Kommentare

  • 19.01.2012, 16:06 UhrAnonymer Benutzer: Mitarbeiter

    Da bist du 45 Jahre in ein und derselben Firma (OF)und dann bekommst du gesagt, dass alles aus ist für dich und demensprechend auch für weitere 1000 Mitarbeiter/innen.

    man oh man

  • 19.01.2012, 12:30 UhrAnonymer Benutzer: buca

    Dreijährige Zerschlagung Prozess .
    „ Man hat rechtzeitig die Krise erkannt“, hisse es vor drei Jahren im Kreise der Führung, als man die Finanz Hilfe in Form des Kurzarbeitergeldes bekommen hat, um die Massenentlassungen zu verhindern. Ein Drittel der Belegschaft in Offenbach musste gehen, 200 Hundert Leute gehen auf drängeln der Personalleitern in die Altersteilzeit und hoffen, sie haben sich und die Firma geholfen. Verzweiflung und Enttäuschung. Denn auch die sind jetzt arbeitslos. Viele Mitarbeiter waren dauerhaft in Kurzarbeit geschickt und ihre Arbeit wurde durch Überstunden der anderen Kollegen aufgefüllt. Die anderen wurden Finanziell abgefunden und freiwillig gegangen. Und wenn manche das nicht taten, mussten die Härte des „Reinigungsprozesses“ kennenlernen. Mobbing, und Diskriminierung waren ständiger Begleiter. Insolvenz, das war doch abzusehen. „Heilungsprozess“ ist fehgeschlagen. Aber ist das alles mit Recht geschehen. Halbierte Firma kauft sich günstiger. Die Chinesen schätzen manroland. Das wissen nicht nur die Vorstandsmitglieder das wissen auch die Mitarbeiter und nicht zuletzt die bisherigen Investoren die Insolvenz vorangetrieben haben. Ich denke der verehrte Insolvenzverwalter ist zu gleich Wirtschaftsprüfer und ich als Leier könnte mir etwas mehr wünschen. Statt, nur Leute auf die Straße zu setzen und Firma zu verramschen, den Gebrauch des erwähnten Wortes, Wirtschaftsprüfer, in Anspruch zu nehmen. Auch die Arbeitnehmer zahlen ordentlich in der Staatskasse und haben Recht auf die Wahrheit.Ich hoffe, Recht wird den Weg finden.

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