Margenverfall
Flaute erreicht Autoleasing

Gefahr im Verzug für die deutsche Autoleasing-Branche: Vielen Anbietern droht das Aus – eine Folge der stetig sinkenden Wiederverkaufswerte. Die Rabattschlacht beginnt unter den freien Unternehmen ihre Opfer zu finden. Die Zukunftsaussichten reichen dabei von heiter bis stürmisch.

FRANKFURT. Die unabhängigen Autoleasing-Gesellschaften in Deutschland stehen angesichts der schwachen Autokonjunktur in Deutschland vor einer Marktbereinigung. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Center Automotive Research (CAR) der FH Gelsenkirchen hervor. Die angespannte Situation werde vor allem zu einer existenziellen Bedrohung für die freien Leasinggesellschaften werden, sagte CAR-Chef Ferdinand Dudenhöffer dem Handelsblatt. 90 Prozent der freien Anbieter würden damit rechnen, dass Gesellschaften aus ihren Reihen den zusätzlichen Belastungen nicht standhalten und aus dem Marktgeschehen ausscheiden würden, heißt es in der Studie.

Hintergrund ist ein deutlicher Preisverfall in Deutschland bei der Rücknahme von Leasing-Fahrzeugen. Die in den Kalkulationen der Firmen zugrunde gelegten Wiederverkaufswerte für die Leasing-Rückläufer, mithin die wichtigste Kalkulationsgrundlage für die Leasingraten, seien in den vergangenen zwei Jahren um acht bis zehn Prozent unterschritten worden. Deutschland ist der wichtigste Markt für Firmenfahrzeuge in Europa.

Der schwache Automarkt frisst damit die Margen der Branche auf. Während die Finanzsparten der großen Hersteller ihre Erträge durch das Auslandsgeschäft sicherten, bestehe bei den auf Deutschland ausgerichteten freien Leasinggesellschaften durch den hohen Rabattwettbewerb „ein erhöhtes Wirtschaftlichkeits- und Insolvenzrisiko“. Laut einer Studie von Datamonitor vereinen die unabhängigen Leasinggesellschaften rund 25 Prozent des Marktvolumens in Europa auf sich. 2004 betrug das Leasingneugeschäft in Europa im Fahrzeugbereich mehr als 62 Mrd. Euro.

Der Verband der markenunabhängigen Fuhrparkunternehmen (VMF) warnte bereits vor gravierenden Konsequenzen. Die Branche könne ihre kalkulierten Preise beim Gebrauchtwagenverkauf nur noch sehr schwer oder gar nicht mehr realisieren. „Die Luft für die Unabhängigen wird dünner, da die Hersteller immer stärker mit Komlettpaketen in den Markt drängen“, sagte Auto- Analyst Albrecht Deninghoff von der Commerzbank. Hinzu kämen die steigenden Zinsen, die den Firmen zu schaffen machten. Eine generelle Krise der Branche sieht der Experte allerdings nicht. Noch sei im wachsenden Geschäft mit dem Autoleasing weiter Geld zu verdienen.

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