Margenziel nach unten korrigiert
Michelin hält an teurer Produktion fest

Der französische Reifenkonzern Michelin, Nummer eins der Welt, blickt verhalten in die Zukunft. „Das Geschäft lässt sich nur noch schwer planen“, sagte Konzernchef Edouard Michelin bei einem Pressegespräch.

GREENVILLE. Das US-Geschäft entwickele sich zwar in die „richtige Richtung“ und in Europa werde sich der Markt für LKW-Ersatzreifen erholen, „doch wann und wie diese Erholung eintreten wird, ist nicht absehbar“, sagte Michelin.

Der Kurs des Reifenspezialisten war bei der Vorstellung der Neunmonatszahlen unter Druck geraten. Michelin hatte wegen des schwachen LKW-Reifenmarktes sein Margenziel nach unten korrigiert. Michelin erwartet nun für dieses Jahr eine Marge „mindestens“ auf Höhe des Vorjahres von 8,7 Prozent, zuvor war eine Margenverbesserung in Aussicht gestellt worden. Michelin kündigte an, die Produktivität in seinen Werken in den USA und Europa zu steigern. In den kommenden zehn Jahren erreicht rund die Hälfte der Belegschaft das Rentenalter.

Ein „signifikanter Anteil“ der ausscheidenden Belegschaft werde nicht ersetzt. Gleichzeitig bekannte sich Michelin zu den Standorten in den USA und Westeuropa. Dank effizienter Prozesse und gut ausgebildeter Mitarbeiter lohne sich die dortige Produktion trotz des Kostenwettbewerbs zu Ländern wie China. Steigende Ölpreise verteuerten den Transport von Reifen aus China und würden daher den Kostenvorteil zunichte machen. Konkurrent Continental hat in der Vergangenheit konsequent die Produktion an kostengünstigste Standorte verlegt.

Der Markt für LKW-Reifen spielt bei Michelin eine Schlüsselrolle. Mit einem Anteil am Gewinn von 40 Prozent ist die Sparte der größte Gewinnlieferant, der Umsatzanteil beträgt laut Michelin 25 Prozent.

Einen neuen Warnschuss gab Konzern-Chef Michelin in Richtung des Formel Eins Verbandes FIA ab. Michelin bekräftigte, dass sein Konzern sein Formel Eins Engagement einstellen wolle, sollte die FIA entscheiden, dass nur noch ein Lieferant alle Teams ausrüsten soll. „Wir wollen nur an Rennen teilnehmen, wenn es Wettbewerb gibt. Nur unseren Namen an die Autos zu kleben, interessiert uns nicht“, sagte Michelin.

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