Maria Jepsen ist "außerordentlich verärgert"
Bischöfin mischt sich in Startbahn-Streit ein

In den Streit um die Startbahn-Verlängerung bei Airbus in Hamburg hat sich die Kirchenspitze eingeschaltet. Bischöfin Maria Jepsen setzt sich dafür ein, dass die Gespräche mit der Stadt und Airbus über den Verkauf eines Grundstücks fortgesetzt werden, das Airbus für die Startbahn-Verlängerung benötigt.

HB HAMBURG. Jepsen reagierte am Mittwoch nach Darstellung der Nordelbischen Kirche „außerordentlich verärgert“ über den Gesprächsabbruch durch die Gemeinde Neuenfelde. Sie habe den Entscheidungsfreiraum der Kirchengemeinde trotz massiver öffentlicher Kritik in den vergangenen Wochen immer wieder verteidigt. „Leider war der Kirchenvorstand nicht in der Lage, diesen Freiraum ausreichend zu nutzen, um eine einvernehmliche Lösung herzustellen“, erklärte Jepsen. Die Bischöfin kläre nun die Möglichkeiten einer Wiederaufnahme von Gesprächen.

Airbus warf der Gemeinde vor, ein Kirchengrundstück „zu Sperrzwecken“ zu nutzen und die Öffentlichkeit durch ihre Argumentation in die Irre zu führen. „Hier werden eindeutig einseitige Interessen vertreten, die mit dem Gemeinwohl nichts zu tun haben“, erklärte der Flugzeughersteller. Airbus sei gleichwohl weiter zu Gesprächen bereit und hoffe, dass sich im Kirchenvorstand Einflüsse durchsetzten, die einen Dialog möglich machten. Die Hamburger Wirtschaftsbehörde wollte am Donnerstag über das Ergebnis einer Krisensitzung zwischen Senat und Airbus informieren, auf der das weitere Vorgehen beraten wurde.

Der Kirchenvorstand hatte die bis Ende vergangener Woche mit Hilfe eines Mediators geführten Gespräche zuvor für beendet erklärt. Dabei argumentierte das Gremium damit, das Vorhaben zur Startbahn-Verlängerung sei durch den Beschluss des Oberverwaltungsgerichts „nicht gemeinnützig, sondern rechtswidrig“. Fortan sollten keine außergerichtlichen Gespräche mehr geführt werden. Damit ließ der Kirchenvorstand einen für Samstag angesetzten weiteren Gesprächstermin platzen.

Hamburgs Wirtschaftssenator Gunnar Uldall kritisierte, der Kirchenvorstand lasse sich instrumentalisieren, um ein Industrievorhaben zu verhindern. Er rief den Kirchenvorstand auf, die Entscheidung über den Verkauf des Grundstücks an die Kirchenleitung abzugeben. Zugleich verwies der CDU-Politiker auf das in Hamburg speziell für Enteignungen im Airbus-Streit erlassene Gesetz (“Lex Airbus“). „Ich hoffe sehr, dass man dieses Enteignungsgesetz nicht anwenden muss.“ Enteignungsverfahren setzen aber ein neues Verfahren zur Planfeststellung voraus, das sich länger hinziehen dürfte. Airbus drängt auf eine Entscheidung noch im November und erwägt, andernfalls das Auslieferungszentrum für die Frachtversion des A380 in Toulouse anzusiedeln. Dann würden in Hamburg rund 100 Arbeitsplätze nicht geschaffen.

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