Marillyn Hewson In der Trump-Gunst gestiegen

Die Lockheed-Chefin buhlte erfolgreich um die Gunst von Trump. Sie will die Kosten des Kampfflugzeugs F-35 um fünf Milliarden Dollar senken. Jetzt steht der Rüstungskonzern wieder oben in der Gunst des US-Präsidenten.
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Die Lockheed-Chefin steht seit 2013 an der Spitze des Rüstungskonzerns. Quelle: Reuters
Marillyn Hewson

Die Lockheed-Chefin steht seit 2013 an der Spitze des Rüstungskonzerns.

(Foto: Reuters)

New YorkMarillyn Hewson ist eine Seltenheit in der Rüstungsbranche. Als erste Frau führt sie seit 2013 Lockheed Martin, einen der führenden Anbieter von Kanonen, Raketen und Jets aller Art. In mehr als drei Jahrzehnten stieg sie im Unternehmen auf, setzte sich in einer Männerwelt durch.

Der letzte Mann, der sich ihr in den Weg stellte, war Donald Trump. Schon am vergangenen Dezember kritisierte er in einem Fernsehinterview das Kampfflugzeug F-35: „Wenn sie sich das F-35-Programm ansehen, mit seinen hunderten von Milliarden Dollar, es ist außer Kontrolle“. Um ganz sicher zu gehen, dass jeder die Kritik mitbekommt, schrieb der 70-Jährige am nächsten Morgen auf Twitter: „Milliarden können bei Militärausgaben eingespart werden“. Die Kritik schüttelte F-35-Hersteller Lockheed durch, das an der Börse damals mehr als drei Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung einbüßte.

Das sind die größten Waffenhersteller der Welt
Platz 10: L-3 Communications
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Der US-Konzern hat vor zwei jahren den Aufstieg in die Reihe der zehn größten Waffenhersteller geschafft. Allerdings hat das Unternehmen aus New York 2015 in der Rüstungssparte mit 8,8 Milliarden US-Dollar etwas weniger Umsatz gemacht als im Vorjahr. L-3 liefert vor allem Kommunikationssysteme und Navigationssysteme an das Militär. Außerdem stellt der Konzern Körperscanner für Flughäfen her.

Quelle: SIPRI Arms Industry Database

Platz 9: Finmeccanica (Italien)
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Die Italiener bauen Flugzeuge, Hubschrauber, Panzer und Schiffsgeschütze, aber auch den Hochgeschwindigkeitszug ETR 500. Mit einem Umsatz von 9,3 Milliarden Dollar in der Militärsparte ist Finmeccanica nicht nur im internationalen Waffenmarkt bedeutend, die Firma ist auch zweitgrößter Arbeitgeber Italiens.

Platz 8: United Technologies (USA)
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US-Unternehmen dominieren die Top Ten der weltweit größten Rüstungsfirmen. Der Mischkonzern United Technologies hat mit seiner Militärsparte im vergangenen Jahr 9,5 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet. Damit konnte das Rüstungsunternehmen nicht an das starke vergangene Jahr anknüpfen – auch, weil die Hubschraubersparte Sikorsky Mitte 2015 für 9 Milliarden Dollar an Lockheed Martin verkauft wurde. United Technologies dürfte so 3 Milliarden Dollar an jährlichen Rüstungsumsätzen einbüßen.

Platz 7: Airbus Group (Europa)
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Fast wäre aus Airbus, der ehemaligen EADS, und der britischen BAE der größte Rüstungskonzern der Welt geschaffen worden. Doch die Fusion platzte. Das europäische Unternehmen, an dem Deutschland, Frankreich und Spanien künftig direkt beteiligt sind, kommt allein auf Platz sieben im Sipri-Ranking. Im Jahr 2015 standen Umsätze im Militärbereich von 12,9 Milliarden Dollar zu Buche – gut 700 Millionen mehr als im Vorjahr.

Platz 6: General Dynamics (USA)
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Flugzeuge, Fahrzeuge und Schiffe für den militärischen Bedarf stellt General Dynamics her. Rund 60 Prozent des Umsatzes werden mit Kriegsgütern gemacht. 2015 konnte GD deb Umsatz mit der Rüstungssparte weiter steigern – und zwar auf 19,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 5: Northrop Grumman (USA)
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Das US-Unternehmen bedient mit seinen Produkten die Schiff-, Luft- und Raumfahrt. Der Militärbereich macht mit 20 Milliarden Dollar über 80 Prozent der Umsätze aus. Bekanntestes Produkt ist der Tarnkappenbomber B-2.

Platz 4: Raytheon (USA)
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Ganz auf Militärprodukte ist das Unternehmen aus Waltham (US-Bundesstaat Massachusetts) spezialisiert. 94 Prozent seines Umsatzes macht Raytheon mit Kriegsgerät. Im Jahr 2015 waren es 21,8 Milliarden Euro. Raketen und Radar-Systeme gehören zu den bekanntesten Produkten. Raytheon stellt auch das Raketenabwehrsystem Patriot her.

Seitdem bemühte sich Hewson erfolgreich um Schadensbegrenzung. Mindestens viermal traf sie sich mit Trump. Jetzt will das Unternehmen zusammen mit Lieferanten die Kosten in Höhe von fünf Milliarden Dollar senken. Der Präsident habe „absolut“ dabei eine Rolle gespielt, sagte Hewson jetzt auf einer Pressekonferenz: „Er hat mehr auf den Preis geachtet und wie wir die Kosten senken können“.

Schon bei einem Treffen Ende vergangenen Februar im Weißen Haus lobte Trump Hewson. „Sie ist tough“, sagte er, was für Trump ein großes Kompliment ist. Damals verkündete Lockheed die ersten Kostenreduktionen, die allerdings schon länger geplant waren.

Der F-35 gilt als teuerstes Rüstungsprojekt aller Zeit. Das Bruttoinlandsprodukt von Kanada ist gerade noch etwas größer, aber das von Südkorea, Russland oder Spanien ist deutlich kleiner. Das Kampfflugzeug F-35 kostet eingerechnet Inflation insgesamt 1,5 Billionen Dollar.

Kritik daran gibt es schon seit 2001, als es vom früheren Präsidenten George W. Bush in Angriff genommen wurde. Die Idee war für das Militär revolutionär: Einen Kampfjet für alle drei der fünf Teilstreitkräfte zu bauen. So gibt es den konventionellen F-35a, der auch an ausländisches Militär in mindestens zehn Ländern verkauft wird. Teurer und spezieller ist der F-35b für die Eliteeinheit Marine Corps, der senkrecht starten kann, oder der F-35c für die Marine, der von Flugzeugträgern starten und landen kann.

Hewson will sich schon länger unabhängiger von der US-Regierung machen, kaufte beispielsweise 2015 Hubschrauber-Hersteller Sikorsky, die international stark tätig sind. Derzeit erhält Lockheed 59 Prozent seines Umsatzes vom Pentagon und 79 Prozent von der US-Regierung. Trotz Budgetkürzungen konnte Lockheed in den vergangenen fünf Jahren die Umsätze konstant halten, vor allem aufgrund des Kampfflugzeugs F-35. Das steht stark in der Kritik, es sollte schon 2010 fertig sein und ist mit mehr als 400 Milliarden Dollar deutlich teurer als erwartet.

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