Marke Fürstenberg und Produktionsstandort bleiben erhalten
Heineken schluckt Fürstenberg

Die Übernahmewelle auf dem deutschen Biermarkt wird durch ausländische Konzerne vorangetrieben. Die Münchner Brau Holding, an der der niederländische Bierriese Heineken maßgeblich beteiligt ist, schluckt die traditionsreiche Fürstenberg-Brauerei.

HB MÜNCHEN/DONAUESCHINGEN. Der Paulaner-Hersteller stärkt damit vor allem die Position in Süddeutschland und dürfte unter Einrechnung von Minderheitsbeteiligungen auf Rang drei in Deutschland nach Oetker (Radeberger, Jever) und dem belgischen InBev-Konzern (Beck's) kommen. Mit der Übernahme werde die Strategie des regionalen Wachstums vorangetrieben, sagte der Sprecher des Brau-Holding- Vorstandes, Wolfgang Salewski. Weitere Zukäufe seien geplant.

Die Marke Fürstenberg bleibe ebenso erhalten wie der Produktionsstandort Donaueschingen in Baden-Württemberg, teilten beide Unternehmen am Dienstag mit. Die 290 Mitarbeiter der Fürstlich Fürstenbergischen Brauerei KG sollen übernommen werden. Über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart. Innerhalb der Brau Holding werde Fürstenberg als eigenständiges Unternehmen und regionale Marke weitergeführt.

Sollten geeignete Kandidaten gefunden werden, seien weitere Zukäufe schon bald möglich, sagte Salewski. „Es gibt sicherlich im Umfeld unserer jetzigen Braugruppen die eine oder andere Brauerei, die wir interessant finden.“ Im Visier stünden vor allem kleine und mittlere Unternehmen mit starken Marken in Süddeutschland. „Wir werden nicht einen Sack Geld auf den Tisch legen und sagen, wer nicht schnell genug auf dem Baum ist, gehört uns.“

„Der Verkauf war die einzige Möglichkeit, die Existenz unserer Brauerei zu sichern“, sagte der Brauereibesitzer Heinrich Fürst zu Fürstenberg. Angesichts des schwieriger werdenden Marktes und des steigenden Kostendrucks habe das mittelständische Familienunternehmen seit Ende 2002 nach einem Käufer gesucht. Obwohl die Brauerei schwarze Zahlen geschrieben habe, sei für die Zukunft ein starker Partner nötig.

Fürstenberg hatte im vergangenen Jahr einen Absatz von 700 000 Hektolitern Bier und einen Umsatz von rund 57 Mill. Euro. Die Brau Holding will im kommenden Jahr nun einen Ausstoß von deutlich über zehn Millionen Hektolitern erreichen. Sie produziert unter anderem die Marken Paulaner, Kulmbacher, Hacker-Pschorr, Thurn und Taxis, Kapuziner und Karlsberg. An der Brau Holding International sind die Münchner Unternehmensgruppe Schörghuber mit 50,1 Prozent und Heineken mit 49,9 Prozent beteiligt.

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