Marke soll künftig für oberstes Preissegment stehen
Electrolux spaltet AEG-Tochter auf

Der schwedische Hausgeräte-Konzern Electrolux spaltet seine deutsche Tochter AEG Hausgeräte GmbH in fünf eigenständige Gesellschaften auf und will die Marke AEG wieder stärken. Johann Bygge, als Vorstandsmitglied von Electrolux für den Bereich Hausgeräte in Europa und Asien zuständig, sieht dies als einen Schritt, um in Deutschland wieder profitabel zu wachsen.

gil FRANKFURT. Gesellschaften für Produktion, Kundendienst, Logistik, Vertrieb und Ersatzteile sollen als eigenständige Profitcenter agieren und so kostengünstiger arbeiten als die bisherige zentrale Deutschland-Gesellschaft in Nürnberg mit ihren 4 166 Mitarbeiter. Im Vertrieb wurden bereits 120 Stellen gestrichen, was Einsparungen von 15 Mill. Euro bringen soll. Bygge wollte die Aufspaltung nicht als eine Vorbereitung für einen Verkauf oder eine Schließung einzelner Gesellschaften sehen. Die Gesellschaften werden aber nicht im teuren Metall-Tarif angesiedelt.

Der schwedische Weltmarktführer für Hausgeräte hatte vor zwei Wochen angekündigt, das AEG-Werk in Nürnberg möglicherweise zu schließen. Electrolux produziert dort mit 1 750 Mitarbeitern Waschmaschinen, Geschirrspüler und Trockner vor allem für die Marken AEG, Electrolux und Zanussi.

Geschäftsführung und Arbeitnehmervertretung wollen heute weiter über die Zukunft des Standortes verhandeln. Jürgen Wechsler, Vertreter der IG-Metall im Aufsichtsrat der AEG Hausgeräte, sieht noch Chancen, das Werk zu retten. Die Arbeitnehmerseite hat ein Gutachten bei dem Info-Institut in Saarbrücken in Auftrag gegeben, das Alternativen zur Schließung zeigen soll. „Das größte Problem sind die fallenden Preise und die steigenden Materialkosten und nicht die Löhne“, sagte er dem Handelsblatt.

Vorstand Bygge begründete die Überprüfung des Standortes Nürnberg mit dem besonders schwierigen Markt Deutschland. Von 2002 bis 2004 seien die Preise für Haushaltsgroßgeräte in Deutschland um nahezu sieben Prozent gefallen, in Großbritannien nur um 5,5 Prozent, in Italien um 3,5 Prozent. Der seit Februar amtierende Deutschland-Geschäftsführer Martin Wolgschaft deutete an, dass Electrolux auf dem deutschen Markt kaum noch Gewinne erzielt. Wechsler von der IG Metall sagte dagegen, der Standort Nürnberg habe in den vergangenen Jahren immer Gewinne gemacht.

Wolgschaft kündigte nun eine Änderung der Markenpositionierung an. Marktkenner hatten kritisiert, der Konzern habe die Traditionsmarke AEG zu sehr im unteren Preissegment positioniert, ohne dort Anteile von Billiganbietern zu gewinnen. „Wir ziehen uns aus dem unteren Preissegment zurück“, sagte Wolgschaft. AEG werde künftig für das oberste Segment in Europa stehen, Electrolux die Mitte abdecken und die anderen Konzernmarken wie Zanussi den unteren Bereich.

Die Schließungspläne für Nürnberg sind Teil eines konzernweiten Sparprogramms. Electrolux will 13 bis 14 Werke in Hochlohnländern schließen. Auch andere Hersteller wie Bosch-Siemens haben Probleme und verlagern die Fertigung an günstigere Standorte vor allem in Osteuropa.

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