Marketing
Warum Automarken sich in der Mode engagieren

Auf den Laufstegen der Welt ist längst auch die Autobranche zuhause. Mit ihrem Engagement in der Modewelt buhlen Hersteller wie Mercedes um eine Zielgruppe, die sonst nur schwer erreicht wird.
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DüsseldorfWenn im Oktober wieder die besten und bekanntesten Modedesigner ihre neuesten Kollektionen über die Laufstege von Istanbul schicken, prangt über allem der Mercedes-Stern. Seit mehr als 18 Jahren inszeniert der Stuttgarter Autobauer  die „Fashion Week“ von London über New York bis Mailand.

Seit diesem Jahr zählt auch der Standort Südamerika dazu – womit der Autokonzern bei 48 Modewochen in 27 Ländern prominent vertreten ist, stellt den Shuttle-Service auf den Veranstaltungen, prominente Schauspieler und Models posieren auf Anzeigen und Plakaten mit Modellen des Herstellers. Das Engagement des Daimler-Konzerns geht also weit über eine reine Finanzierung der Veranstaltung hinaus.

Die Verbindung von Haute Couture zum Autokonzern zahlt sich für beide Seiten aus. „Mode ist für Mercedes-Benz eine strategische Marketing- und Kommunikationsplattform, um eine junge und progressive Zielgruppe anzusprechen“, sagt Tobias Müller, Sprecher für die Lifestyle-Sparte bei Mercedes-Benz Cars. Der Konzern nutzt die öffentliche Aufmerksamkeit der Modewochen für ein zielgruppenorientiertes Marketing bei einer Kundschaft, die sich normalerweise schwerer für Autos begeistern lässt.

Mercedes-Niederlassungen laden zum Beispiel Kunden zu den Fashionshows ein. Unter normalen Umständen haben ausschließlich Einkäufer großer Modehäuser, VIP-Gäste und Pressevertreter die Chance, einmal eine wichtige Modenschau eines bekannten Designers zu besuchen. „Wir nutzen unsere Modeplattformen für eine direkte Kundenansprache“, sagt Müller.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Auto- und Modebranche bringt auch andere ungewöhnliche Ergebnisse hervor: Für die Daimler-Tochter Smart wurde zuletzt ein weltweit etablierter Modezar eingekauft. Jeremy Scott, Chefdesigner von Moschino und umstrittener Kreativ-Kopf, durfte sich an einem eigenen Modell versuchen. Das Ergebnis seiner kreativen Arbeit: Weiße Jeremy-Scott-Smarts mit rot untersetzten Heck-Flügeln.

33.333 Euro kostet ein solcher Designerwagen – ungefähr drei Mal so viel wie das neueste Modell von Smart. Für einen ähnlichen Preis wäre auch ein gut  ausgestatteter Mittelklasse-Wagen drin. Warum ein solches Modell dennoch auf eine bestimmte Käuferklientel stößt: „Eine Automarke sollte heute für die unterschiedlichsten Zielgruppen erstrebenswert sein. Darum ist für die Konzerne ihr Image enorm wichtig. Denn je höher die Begehrlichkeit ihrer Kunden, desto mehr können sie für ihren Wagen verlangen“, erklärt Stefan Bratzel, Professor und Leiter des FHDW Center of Automotive.

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