Marketingoffensive: Deutsche Autobauer werben beim „Super Bowl“

Marketingoffensive
Deutsche Autobauer werben beim „Super Bowl“

Das American-Football-Finale ist in den USA das Fernsehereignis des Jahres. Die deutschen Autohersteller Mercedes, BMW und Audi nutzen es für eine Marketingkampagne.
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New YorkDie deutschen Autobauer Mercedes, BMW und Audi starten eine neue Marketingoffensive für Premiumautos in den USA. Die drei Anbieter werden am 6. Februar bei der TV-Übertragung des „Super Bowl“ werben – dem Finale der American-Football-Profiliga. Es handelt sich zweifelsfrei um das Fernsehereignis des Jahres in den USA. Im vergangenen Jahr, als 106,5 Millionen Amerikaner zuschauten, war ein 30 Sekunden dauernder Werbeslot laut Vermarkter Nielsen für drei Millionen Dollar zu haben. Dieses Jahr spielen die Pittsburgh Steelers gegen den Rekordmeister Green Bay Packers aus Wisconsin.

„Wir wagen den Schritt auf die größte Bühne und signalisieren damit, wo wir hingehören“, sagte Steve Cannon, Vice-President für Marketing bei der US-Tochter von Mercedes. Die Stuttgarter haben sich Tennisspielerin Serena Williams für ihren ersten Spot beim Super Bowl gesichert. BMW ist erstmals seit zehn Jahren wieder dabei.

Die Deutschen wollen in den USA vor allem die Toyota-Premiummarke Lexus angreifen – sie ist bei dem Vermarktungsspektakel rund um das Footballfinale in diesem Jahr nicht dabei. „Die Deutschen halten Lexus derzeit für besonders angreifbar, deshalb ziehen sie nun alle Register“, sagte Analyst Bill Visnic vom Branchendienst Edmunds.com. Dass sie Lexus als Marktführer im Luxussegment in den USA seit elf Jahren nicht ablösen können, sei für sie ein konstantes Ärgernis, ergänzt er.

Auf allen anderen wichtigen Märkten der Welt sind BMW, die Daimler-Marke Mercedes-Benz und Audi führend beim Absatz von Premiumfahrzeugen – nur eben nicht in den USA, wo Lexus mit einem Produktschwerpunkt bei SUV-Fahrzeugen und der frühen Einführung der Hybridtechnik punkten konnte. Lexus leidet aber mittlerweile beim US-Verbraucher unter der Häufung von Rückrufen des Mutterkonzerns Toyota im vergangenen Jahr.

Das Rennen um die Krone ist in den USA knapper geworden. Lexus setzte 2010 insgesamt 229329 Fahrzeuge ab und BMW kam auf 220113 Autos. Mercedes verkaufte mit 216448 Stück kaum weniger, Audi setzte mit 101629 Autos erstmals eine sechsstellige Zahl ab.

Mercedes und BMW bauen derzeit ihre Produktionskapazitäten in den USA massiv aus und Audi peilt bereits für 2018 den Absatz von mindestens 200000 Fahrzeugen in den USA an. Die drei deutschen Marken schenken sich ganz im Sinne des Wettbewerbs auch gegenseitig nichts. Im 60 Sekunden dauernden Audi-Spot, der bereits seit Mitte Januar zu sehen ist, gehen die Lichter eines Mercedes S-Klasse aus und die Sprecherin gibt dem Wagen einen Abschiedsgruß. Anschließend wird ein Audi A8 ins rechte Licht gerückt.


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