Markt für Generika
Teva baut Führungsposition aus

Mit der Übernahme der amerikanischen Barr Pharmaceuticals forciert der israelische Konzern Teva den Konsolidierungstrend im Generikasektor. Wie der Vorstoß des Marktführers das Geschäft in Europa sowie in zahlreichen asiatischen Ländern stärken soll.

FRANKFURT. Teva wird durch den Zukauf seine Position als führender Anbieter von patentfreien Nachahmer-Medikamenten deutlich ausbauen und - mit künftig rund zwölf Mrd. Dollar Umsatz - unter die 16 größten Hersteller von Arzneimitteln weltweit vorrücken.

Den Aktionären des amerikanischen Konkurrenten bieten die Israelis insgesamt 7,46 Mrd. Dollar in bar und damit einen Aufpreis von gut 40 Prozent auf den letzten Kurs. Einschließlich übernommener Verbindlichkeiten addiert sich das Gesamtvolumen der Transaktion auf rund neun Mrd. Dollar, der bisher höchste Preis für einen Hersteller von patentfreien Nachahmer-Medikamenten.

Barr ist mit 2,5 Mrd. Dollar Umsatz und 128 Mill. Dollar Nettogewinn der viertgrößte Generikahersteller der Welt. Gemessen am Umsatz und der Ertragskraft, bewegt sich die Offerte mit dem 3,6-Fachen des Umsatzes und dem 14,8-Fachen des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) etwas unterhalb des derzeit üblichen Bewertungsniveaus bei Generika-Übernahmen. Das liegt bei etwa dem Vierfachen des Umsatzes und einem Faktor von rund 18 bezogen auf das Ebitda. Ausreißer nach oben ist der japanische Pharmakonzern Daiichi Sankyo, der den indischen Generikakonzern Ranbaxy für 8,5 Mrd. Dollar kaufen will. Das entspricht dem 5,3-Fachen des Umsatzes und dem 32-Fachen des Ebitda.

Branchenbeobachter gehen davon aus, dass der Vorstoß des Marktführers das ohnehin virulente Übernahmefieber im Generikasektor noch anheizen könnte. Beteiligt daran sind inzwischen auch Unternehmen, die bisher in dem Bereich gar nicht oder nur schwach engagiert sind. So will sich der Fresenius-Konzern mit dem Generikaanbieter APP Pharmaceuticals verstärken. Und Sanofi-Aventis, die Nummer drei der Pharmabranche, bietet für die tschechische Zentiva, die das Angebot der Franzosen am Freitag aber als zu niedrig ablehnte.

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