Markt für Luxusautos schrumpft
Maybach wird für Daimler zum Luxus

Der Autokonzern Daimler-Chrysler stellt sich im laufenden Jahr offenbar auf einen neuen Tiefpunkt bei der Nachfrage nach seiner Luxuskarosse Maybach ein.

hz/hof FRANKFURT. Nach Informationen aus Branchenkreisen geht der neue Mercedes-Chef Eckhard Cordes in internen Planungen von einem erneut sinkenden weltweiten Absatz für das rund 400 000 Euro teure Luxusgefährt im laufenden Jahr aus. Im vergangenen Jahr hatten die Stuttgarter noch rund 500 Exemplare verkauft, nach 600 Wagen ein Jahr zuvor.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres hat Daimler nach Berechnungen der Marktforscher von Jato Dynamics bislang lediglich 67 Wagen aus der Manufaktur in Sindelfingen verkauft. Unabhängige Beobachter wie etwa die Experten von Global Insight reagieren bereits auf die schwache Nachfrage und streichen ihre Prognose auf deutlich unter 500 Einheiten in diesem Jahr zusammen. Eine Daimler-Sprecherin wollte sich zu konkreten Planzahlen nicht äußern.

Experten hören allerdings die Alarmglocken schrillen. „Die Krise ist da, Cordes muss nun etwas tun, um die Gewinnschwelle beim Maybach auf unter 500 Fahrzeuge zu drücken“, sagt Autoexperte Philipp Rosengarten vom Prognoseinstitut Global Insight. Auto-Experte Willi Diez geht davon aus, dass der Maybach erst ab 1000 Einheiten pro Jahr schwarze Zahlen schreibt. Die Kapazität der Manufaktur in Sindelfingen ist auf rund 1500 Fahrzeuge pro Jahr angelegt. Beim Maybach-Start 2002 war Daimler-Chrysler noch von einem jährlichen Absatz von 1000 Autos ausgegangen. Auch wenn es die Renditeziele nicht erreicht – die wirtschaftliche Relevanz des Modells für den Gesamtkonzern sei vernachlässigbar, glaubt Auto-Analyst Georg Stürzer von der Hypo-Vereinsbank.

Cordes, der der Mercedes-Gruppe eine grundlegend neue Struktur verpasst, stellt sich unterdessen klar vor die Edelmarke. „Ich bin bekennender Maybach-Fan“, sagte der Mercedes-Chef noch unlängst in einem Zeitungsinterview. Mit jedem verkauften Maybach komme gutes Geld in die Kasse. „Wir erwirtschaften einen respektablen Deckungsbeitrag.“ Doch profitabel ist der Luxuswagen nach Einschätzung von Analysten nur, wenn man die Entwicklungskosten unberücksichtigt lässt.

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