Markt für Luxusprodukte ist noch unterentwickelt
In Indien ist Daimler-Chrysler ein Zwerg

Vorsichtig wagen sich europäische Autohersteller auf den Zukunftsmarkt Indien – als Nischenanbieter für Superreiche. Eine Handelsblatt-Reportage.

PUNE. Neben dem Gelände des größten indischen Autoherstellers Tata Motors in Pune wirkt die strahlend weiße Halle mit dem Mercedes-Stern irgendwie unterdimensioniert. Auf einer Fläche von 206 Hektar erstreckt sich das Tata-Gelände mit leichten, hellgrauen Bauten. Daneben wirkt der Mercedes-Standort wie ein Anhängsel. Im indischen Automarkt ist der Weltkonzern Daimler-Chrysler nicht mehr als ein Zwerg. Mit einer eigenen Montagefabrik in der westindischen Industriestadt Pune, 150 Kilometer südöstlich von Bombay, will der Konzern vom langsam aufkeimenden Wohlstand der indischen Oberschicht profitieren.

Die Fabrik am Rand der Vier-Millionen-Stadt ist ein winziger Punkt auf der Weltkarte von Daimler-Chrysler; ausgelegt auf eine Produktion von 6 000 Fahrzeugen und nicht mal zu einem Drittel ausgelastet. Trotzdem ist Hans-Michael Huber, der Chef von Daimler-Chrysler India, zufrieden: Das Geschäft mit dem Volumen einer größeren deutschen Niederlassung läuft profitabel. In diesem Jahr soll der Umsatz um 20 Prozent auf fünf Mrd. Rupien (rund 85 Mill. Euro) steigen. Die Umsatzrendite liegt zwischen 10 und 15 Prozent.

Der inländische Automarkt ist mit einer Million verkaufter Autos pro Jahr zwar noch klein, wächst aber rasant. In diesem Jahr legte der Absatz von PKWs um 28,5 Prozent zu. Die US-Bank Citigroup erwartet, dass der gesamte Markt in den nächsten fünf Jahren jeweils um 12 bis 15 Prozent wachsen wird. Allerdings kann sich die indische Mittelschicht bisher nur Kleinwagen mit spartanischer Ausstattung leisten.

Auch deswegen ist der japanische Suzuki-Konzern Marktführer auf dem Subkontinent. Im vergangenen Jahr verkaufte der Konzern 470 000 Autos der Marke Maruti in Indien. Auch Honda, Toyota und Hyundai mischen kräftig mit. Sie bieten an den indischen Markt angepasste Modelle an, billiger produziert und ohne teure Extras. Weit verbreitet sind die Fabrikate indischer Hersteller, vor allem von Tata Motors und Mahindra. Europäische und amerikanische Marken sind dagegen auf den Straßen kaum zu sehen. Sie sind auch kaum bekannt. Stolz führt ein Chauffeur in Bombay seinen Fahrgast zu seinem „German car“ – einem Chevrolet.

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