Markt für Passagierflugzeuge
Boeing glaubt an langen Boom

Jedes Jahr gibt es weltweit rund 30 neue Fluglinien, der Markt für Passagierflugzeuge boomt. Trotz rasant steigender Ölpreise rechnet auch der Flugzeughersteller Boeing weiter mit einem anhaltenden Auftragswachstum, hohe Ölpreise sind der Anreiz für neue, innovative und vor allem verbrauchsärmere Flugzeuge. Doch die hohe Nachfrage birgt neue Probleme.

MÜNCHEN. „Die starke Nachfrage wird noch einige Jahre anhalten, die Entwicklung ist stabiler als in den Zyklen zuvor“, sagte Andrew Magill im Gespräch mit dem Handelsblatt. Magill ist Leiter der Marktanalyse des Luftfahrtkonzerns und rechnet mit einer Verdoppelung der Zahl der Passagierjets mit mehr als 100 Sitzen in den kommenden 20 Jahren. Statt heute 18 000 Maschinen, würden dann weltweit 36 000 Jets in Betrieb sein. Rechne man Erweiterungs- und Ersatzkäufe zusammen, könnten sogar 26 000 neue Flugzeuge in den kommenden 20 Jahren verkauft werden. Diese Zahlen decken sich mit den Schätzungen des Rivalen Airbus.

Die beiden Konkurrenten haben gute Chancen, in diesem Jahr erneut jeweils mehr als 1 000 Aufträge für neue Jets zu erhalten: Boeing liegt derzeit bei 922, Airbus bei 854 Festbestellungen. Damit wird in diesem Jahr wieder doppelt soviel bestellt wie gebaut. Kombiniert hat das Duopol derzeit einen Auftragsbestand von rund 400 Mrd. Dollar in den Büchern, beide sind bis Mitte des kommenden Jahrzehnts ausgelastet.

„Jedes Jahr machen weltweit rund 30 Fluglinien neu auf“, sagt Magill. Die größte Dynamik hat nach wie vor der asiatische Markt. Die steigenden Spritpreise haben nach Magills Einschätzung gegenläufige Effekte. „Einerseits drücken die Treibstoffzuschläge der Fluggesellschaften die Gesamtnachfrage nach Flugreisen“, sagt der Boeing-Stratege. Machten vor drei Jahren die Spritkosten noch 15 Prozent der Betriebskosten aus, so sei dieser Wert jetzt auf 25-30 Prozent gestiegen. „Andererseits sind neue, verbrauchsärmere Flugzeuge eine Möglichkeit das Problem zu mindern“, glaubt Magill.

So wird Treibstoffeffizienz immer mehr zum Verkaufsargument. Boeings neues Langstreckenflugzeug 787-„Dreamliner“ soll ein Fünftel weniger Sprit verbrauchen als seine Vorgänger. Airbus bewirbt seinen neuen Riesenairbus A380 als das erste Langstreckenflugzeug, das pro Passagier weniger als drei Liter Kerosin auf hundert Kilometer braucht.

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