Markt für Touch-Applikationen wächst sprunghaft
Asiaten greifen nach Balda

Beim ostwestfälischen Handyzulieferer Balda stehen die Investoren Schlange. Nach Informationen des Handelsblatts aus Unternehmenskreisen haben in den vergangenen Wochen vier Elektronik-Konzerne aus Asien den Balda -Vorstand auf eine strategische Partnerschaft angesprochen.

DÜSSELDORF. Eine der diskutierten Optionen ist die komplette Übernahme von Balda. In einem ersten Schritt soll zunächst ein Aktienpaket von 29 Prozent erworben werden. Damit bliebe der Käufer unterhalb der Schwelle, an der er allen Aktionären ein Angebot vorlegen müsste. Auch für dieses Szenario wird in Finanzkreisen jedoch bereits ein Preis gehandelt: Für 15 Euro pro Aktie würden sich beteiligte Hedge-Fonds ihre Anteile abkaufen lassen, heißt es in deren Umfeld. Am Mittwoch stand der Balda -Kurs bei knapp zehn Euro. Balda hat 2006 einen Umsatz von 370 Mill. Euro gemacht.

Das Unternehmen will sich zu den Details der Gespräche nicht äußern. "Es ist zwar so, dass wir für eine Vielzahl von Unternehmen interessant sind“, sagte der Vorstandsvorsitzende Joachim Gut dem Handelsblatt. "Es gibt wenige, die über unser Know-how verfügen. Und der Markt für Touch-Applikationen wächst sprunghaft. Aber ich kann Gespräche oder Pläne der Wettbewerber nicht kommentieren.“

Das von Gut angesprochene Know-how bezieht sich auf berührungsempfindliche Bildschirme. Diese ermöglichen dem Benutzer, mehrere Finger gleichzeitig einzusetzen. Anschaulich wird dies beim iPhone von Apple. Anwender können per Finger Bilder drehen, vergrößern und verkleinern und zahlreiche andere, neue Funktionen nutzen. Balda darf aus Vertraulichkeitsgründen zwar keine Aussagen zu Apple machen. In der Branche ist jedoch unbestritten, dass Balda -Technik im iPhone steckt.

Der große Erfolg des iPhones hat die Begehrlichkeiten der Konkurrenz geweckt. Nicht nur Handyhersteller wie Samsung und Nokia sehen in der neuen Touch-Screen-Technik die Zukunft des Marktes. Auch Michael Dell, der Chef des weltweit zweitgrößten Computerherstellers Dell, führte vor wenigen Tagen auf einer Fachtagung den Prototyp eines Laptops mit Multi-Finger-Touchscreen vor und versprach die Lieferbarkeit "innerhalb weniger Monate“.

"Die ganze Elektronikbranche ist derzeit wild auf diese Technologie“, sagt Tobias Loskamp, Branchenanalyst der BHF-Bank. In einem Markt, der von rapidem Preisverfall gekennzeichnet ist, böten die neuen Touch-Screens ein Unterscheidungsmerkmal, mit dem sich die Konzerne ins lukrative Hochpreissegment retten. Wie bei allen neuen Technologien könnten aber nur die ersten Anbieter die Sahne vom Markt abschöpfen.

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