Marktanteil steigt stetig
Fiat gewinnt deutsche Kunden zurück

Fünf Jahre lang hat Fiat in Deutschland rote Zahlen geschrieben, denn die Kunden hierzulande ließen die italienischen Wagen links liegen. Das ist Vergangenheit. Speziell hochwertig ausgestattete Autos liefen gut.

HB FRANKFURT. „Es ist einiges geschafft, aber es gibt noch viel zu tun“, sagte der Vorstandschef der Fiat Automobil AG, Werner Frey, am Dienstagabend in Frankfurt. Nach krisenhaften Zeiten sei 2006 das „Aufräumjahr“ gewesen. Fiat habe erstmals seit fünf Jahren ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht, obwohl der Absatz hinter den Erwartungen blieb.

Statt der prognostizierten 120 000 Wagen verkaufte Fiat mit seinen drei Marken Fiat, Alfa Romeo und Lancia im laufenden Jahr nur 112 000 Fahrzeuge. „Wir haben den Wettbewerb auf dem Markt unterschätzt“, sagte Frey. Der Anteil auf dem hart umkämpften deutschen Automarkt stieg dennoch von 2,3 auf 2,8 Prozent, vor allem dank des erfolgreichen Fiat Grande Punto, ein Auto der Kompaktklasse. Während die Marke Fiat 30 Prozent mehr Autos verkaufte als ein Jahr zuvor und Alfa Romeo 38 Prozent mehr, stagnierte die kleine Schwester Lancia. „Der Konzern hat sich aber für Lancia ausgesprochen und investiert in die Marke“, sagte Frey. Bei den Transportern kommt das Unternehmen auf einen Marktanteil von 7 Prozent.

Fiat will seinen Marktanteil in Deutschland 2007 auf mehr als 3 Prozent steigern. Dank neuer Modelle werde der Absatz auf über 130 000 Neuzulassungen klettern. Dazu sollen vor allem die Volumenmodelle Fiat Bravo – ein Golf-Gegner – und Fiat Scudo – ein Kleintransporter – sowie der Sportwagen Alfa Spider beitragen. Zum Jahresende rollt die Neuauflage des Kleinwagens Cinquecento auf den Markt.

Trotz des verhaltenen Absatzwachstums steigerte Fiat im laufenden Jahr seinen Umsatz von 1,35 auf knapp 1,8 Mrd. Euro. „Wir haben sehr viele Wagen mit hochwertiger Ausstattung verkauft“, sagte Frey zur Begründung. Zudem sei das unprofitable Mietwagengeschäft reduziert worden. Auch bei den Händlern laufe es besser. Vor einem Jahr sei noch jeder zweite Händler in den roten Zahlen gewesen – in diesem Jahr sei es nur noch jeder vierte. Für besseren Service und mehr Absatz sucht Fiat neue Händler.

Ende 2007 wird Fiat seine neue Zentrale in Frankfurt beziehen und die beiden bisherigen Standorte Heilbronn und Frankfurt dort zusammenlegen. Bundesweit hat Fiat 250 Mitarbeiter. Der Neubau soll nach früheren Angaben rund 30 Mill. Euro kosten.

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