Marktanteile gefallen
Opel schraubt Produktion in Russland zurück

Noch 2013 war Russland der drittgrößte Markt für den deutschen Autobauer. Doch weil der Anteil der Muttergesellschaft GM dort sinkt, spürt auch Opel das schwierige Klima – und schraubt die Produktion zurück.
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Rüsselsheim/HamburgAls Reaktion auf die Krise in Russland fährt die europäische General-Motors-Tochter Opel ihre Produktion in dem Land weiter zurück und baut Personal ab. Das Werk in St. Petersburg solle künftig nur noch im Einschichtbetrieb gefahren werden, teilte die Tochter des US-Konzerns General Motors am Dienstag am Stammsitz in Rüsselsheim mit. Die Leitung des Russlandgeschäfts übernehme mit sofortiger Wirkung die die bisherige Gruppen-Einkaufschefin Susanna Webber.

Russland war 2013 nach Deutschland und Großbritannien der drittgrößte Markt für den Hersteller, betonte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann. „Aktuell steckt dieser Markt in ernsten Turbulenzen.“ Der GM-Marktanteil sei in den ersten acht Monaten von rund 9 Prozent auf 7,8 Prozent gefallen.

Deshalb sollen etwa ein Viertel der knapp 2000 Mitarbeiter in St. Petersburg gegen Abfindungen gekündigt werden, wie Opel am Dienstag mitteilte. Von August bis Oktober sollen die Bänder nur an 16 Tagen laufen. Bereits in der ersten Jahreshälfte hatte die Produktion an mehreren Tagen stillgestanden.

Wegen der Ukraine-Krise hatte die Europäische Union ihre Sanktionen gegen Russland erst am vergangenen Freitag verschärft, woraufhin die Regierung in Moskau sofort Gegenmaßnahmen androhte. In den ersten acht Monaten des Jahres ist die Pkw-Nachfrage in Russland um zwölf Prozent zurückgegangen. Im gleichen Zeitraum schrumpfte der Absatz der GM-Tochterunternehmen Opel, Chevrolet und Cadillac um 24 Prozent, wie ein Sprecher sagte. Allein im August seien 46 Prozent weniger Autos verkauft worden als vor Jahresfrist. Auch Volkswagen hatte unlängst angekündigt, die Produktion in seinem Werk in Kaluga südwestlich von Moskau für zehn Tage ruhen zu lassen.

Unter der nachlassenden Nachfrage in dem riesigen Schwellenland leiden nicht nur die Autobauer, die ihre Fabriken kaum auslasten können. Der Handelskrieg mit Russland hinterlässt auch Spuren in den Bilanzen von Adidas, Henkel und dem Arzneimittelhersteller Stada. Hightech-Firmen haben Probleme bei der Ausfuhr von Gütern, Fraport sorgt sich um seinen Flughafen in St. Petersburg, der Logistikkonzern HHLA um seinen Schwarzmeer-Hafen Odessa. Die Liste der Unternehmen, die wegen der Verschärfung von Sanktionen und Gegensanktionen mit Geschäftseinbußen rechnen, wird von Woche zu Woche länger.

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  • Jeder Popel fährt nen Opel
    ------------
    Aber der Russe nicht. Er fährt Moskwitsch!
    Oder VW, BMW, Daimler, Toyota.
    Aber nicht Opel!
    Und so ist Opel wieder einmal pleite.

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