Markteinführung in Indien
Großer Tag für den kleinen Tata Nano

Vor 14 Monaten war es eine Riesenparty, die große Hoffnungen weckte: Der indische Megakonzern Tata stellte den Tata Nano vor, das günstigste Auto der Welt. Heute fand die offizielle Markteinführung in Indien statt – auch die natürlich mit großem Tamtam. Dabei hat der Nano bislang eigentlich alle Erwartungen bitter enttäuscht.

BOMBAY. Am 9. April startet in Indien der lange erwartete Verkauf des Tata Nano, des billigsten Autos der Welt. Das Interesse an dem Winzling mit 35 PS und 105 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit ist riesig, doch potenzielle Käufer müssen womöglich lange auf die Erfüllung ihres Traums vom eigenen Auto warten.

Denn Hersteller Tata Motors plant den Verkauf über eine Lotterie, weil die Produktionszahlen zunächst weit unter Plan liegen werden und das Unternehmen den erwarteten Ansturm deshalb nicht erfüllen kann.

Die hohe Nachfrage sei eine schwierige Herausforderung, sagte der Chef der Tata-Gruppe, Ratan Tata, gestern bei der Bekanntgabe des Verkaufsbeginns. Doch Tata wol-le die Markteinführung nicht länger hinauszögern, sonst ergehe es dem Nano womöglich wie einer schönen Frau, die beim Warten auf den richtigen Partner alt und hässlich werde.

Ursprünglich sollte der Nano bereits vor einem halben Jahr in die Autohäuser kommen. Doch Tata Motors musste die fast fertige Fabrik für das Auto in Westbengalen wegen eines politisch aufgeheizten Streits um Grundstücksrechte aufgeben und in den Bundesstaat Gujarat verlegen. Die neue Produktionsstätte werde erst Anfang 2010 in Betrieb gehen, sagte Tata.

Bis dahin werde der Nano in einem bestehenden Werk in Pantnagar 250 Kilometer von Neu-Delhi gefertigt. Allerdings können dort laut Tata jährlich nur maximal 50 000 Autos hergestellt werden. Die geplante Kapazität der Fabrik in Gujarat liegt bei mindestens 250 000 Stück und kann auf eine halbe Million ausgebaut werden. Etliche deutsche Zulieferer, unter anderem Bosch, fertigen Teile für den Nano.

Beim Preis für den Nano will Tata Motors dagegen sein Versprechen halten. Das Basismodell wird trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens und gestiegener Kosten vorerst zu werbewirksamen 100 000 Rupien angeboten, das sind umgerechnet rund 1540 Euro (siehe Kasten). Firmenchef Ratan Tata hatte diesen Preis bereits vor sechs Jahren genannt, als er die Pläne für den Nano erstmals auf dem Genfer Autosalon vorstellte.

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