Markteinführung neuer Mercedes-Modelle wird nicht verschoben
Daimler-Chef Schrempp steht zu Smart

Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp hat sich hinter die tief in den roten Zahlen steckende Kleinwagenmarke Smart gestellt. Auch der neue Smart-Chef Ulrich Walker ist eifrig bemüht, Spekulationen um ein mögliches Aus für die Kleinstwagen-Marke zu zerstreuen.

HB STUTTGART. Schrempp und der neue Mercedes-Chef Eckhard Cordes hätten den Fortbestand von Smart zugesichert, schrieb Smart-Chef Ulrich Walker am Freitag in einem Brief an die Mitarbeiter. Er räumte allerdings ein, dass die Profitabilität des Unternehmens „ungenügend“ sei.

Daimler-Chrysler macht seit der Markteinführung von Smart im Jahr 1998 Verluste mit der Tochter. Um profitabel zu werden, soll unter anderem das weltweite Vertriebsnetz von Smart ausgebaut werden, sagte ein Konzernsprecher. Smart habe in erster Linie kein Kosten-, sondern ein Ertragsproblem. Deshalb sei die stärkere Marktakzeptanz und höhere Absatzzahlen entscheidend.

„Smart verdient immer noch kein Geld, das ist richtig. Aber die Existenz von Smart steht nicht nur Disposition“, schrieb der seit 1. Oktober amtierende Smart-Chef in dem Brief an die Belegschaft, der Reuters am Freitag vorlag. „Eine Aufgabe der Marke Smart oder ein Verkauf unseres Unternehmens werden nicht diskutiert“, hieß es in dem Schreiben weiter. Das hätten Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp und Mercedes-Vorstand Eckhard Cordes ihm im persönlichen Gespräch bekräftigt. Die verlustreiche Marke solle aber schnellstmöglich profitabel gemacht werden. Eine Schließung der Tochtergesellschaft stehe nicht zur Debatte, hatte ein Konzernsprecher bereits am Donnerstag klargestellt.

Der scheidende Daimler-Chrysler-Finanzvorstand Manfred Gentz hatte am Vortag erklärt, mit Blick auf die Zukunft von Smart im Konzern würden „alle Möglichkeiten in Erwägung gezogen“, und damit intern und in den Medien ein heftiges Echo ausgelöst. Der Finanzchef reagierte auf wachsende Verluste von Smart, die das Ergebnis der Mercedes Car Group im dritten Quartal erheblich belasteten.

Walkers Vorgänger Andreas Renschler hatte im September schon die Absatzerwartungen für Smart gesenkt. Statt 175 000 Fahrzeuge würden 2004 rund 20 000 weniger verkauft, hatte er gesagt. Der viersitzige Smart „forfour", der auf einer Plattform mit dem Mitsubishi „Colt" entsteht, sollte Smart in diesem Jahr zu einem Absatzschub verhelfen. Das Erreichen der Gewinnschwelle hatte Renschler wegen der Entwicklung eines Smart-Geländewagens für den US-Markt schon früher um zwei Jahre auf 2006 verschoben.

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