Markteintritt in USA
Daimler kann sich bei Smart nicht entscheiden

Der Autokonzern Daimler-Chrysler hat sich noch nicht festgelegt, ob er sein Sorgenkind Smart auch in den USA verkauft. Eigentlich hätte die Entscheidung bis Jahresende fallen sollen; das verzöert sich nun.

HB STUTTGART. „Die Entscheidung wird erst im kommenden Jahr fallen“, sagte Smart-Sprecher Heinz Gottwick in Böblingen. Die derzeit laufende Prüfung des Vertriebsnetzes werde noch ein paar Wochen in Anspruch nehmen. Möglicherweise könne die Entscheidung bis zum Genfer Autosalon Anfang März fallen.

Die mit schwachen Absatzzahlen kämpfende DaimlerChrysler-Tochter Smart prüft seit Frühjahr, ob das für 2007 geplante Nachfolgemodell des zweisitzigen Kleinstwagen „For Two“ auch auf dem weltgrößten Fahrzeugmarkt, den USA, verkauft werden soll. Smart-Chef Ulrich Walker hatte zuletzt einen Verkauf von 20 000 Modellen jährlich in den Städten der Ost- und Westküste für möglich gehalten. Um eine Verkaufszulassung in den USA zu bekommen, muss der Smart beispielsweise im Innenraum und bei der Tankanlage modifiziert werden.

Im Jahr 2004 hatte Smart weltweit knapp 140 000 Fahrzeuge verkauft und will diese Marke im laufenden Jahr übertreffen.

Wegen der hohen Verluste – seit Produktionsbeginn 1998 etwa 3,5 Mrd. Euro – hat die Konzernmutter der Tochter ein Sanierungsprogramm verordnet, das die Tochter 2007 erstmals in die Gewinnzone führen soll. Dazu wurde die Belegschaft in Böblingen von 1350 auf 760 Stellen nahezu halbiert und die Modellpalette auf das zweisitzige Modell und den Viersitzer „For Four“ zusammengestrichen. Der Smart-Roadster fiel weg; weitere Modellplanungen wie einen Geländewagen wurden eingestellt.

Der Großteil der vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter hat inzwischen nach Unternehmensangaben einen neuen Arbeitsplatz gefunden. Mit Hilfe einer Arbeitsagentur wurden zahlreiche Mitarbeiter auf Stellen außerhalb des Konzerns vermittelt. „Wir haben für 90 Prozent neue Stellen gefunden“, sagte der Smart-Sprecher. Die Arbeitsagentur hat jedem der rund 240 nicht im Konzern vermittelbaren Beschäftigten die Zusicherung gegeben, ihn bis Mitte 2006 erfolgreich in anderen Unternehmen unterzubringen. Als erfolgreiche Vermittlung gilt nur eine Beschäftigung beim neuen Arbeitgeber nach Ablauf der Probezeit.

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