Marktes für Luxussportwagen
Bentley will sich nicht unterkriegen lassen

Bentley, Luxustochter des VW-Konzerns, rechnet mittelfristig mit einer Erholung der Nachfrage für noble Hochleistungslimousinen. Warum Volkswagens britische Tochter fest an eine Erholung des gebeutelten Marktes für Luxussportwagen glaubt.
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HAMBURG. „Wir werden sicher kein exzellentes Jahr hinlegen. Und nächstes Jahr wird es wirtschaftlich weiter schwierig bleiben. Es gibt aber ganz sicher einen langfristigen Trend zu mehr Wohlstand auf der Welt. Davon wird Bentley profitieren“, zeigte sich Firmenchef Franz-Josef Paefgen im Gespräch mit dem Handelsblatt überzeugt. Der zuvor extrem gewachsene Markt für Autos zum Preis jenseits der 150 000 Euro ist aufgrund der Wirtschaftskrise zusammengebrochen.

Vom neuen Optimismus der britischen VW-Tochter kündet die Tatsache, dass im kommenden Jahr die Gehälter wieder voll gezahlt werden. Müssen doch bis Ende dieses Jahres alle Mitarbeiter vom Band bis in die Vorstandsetage noch auf ein Zehntel ihres Gehalts verzichten.

Nachdem 450 frei gewordene Stellen zuletzt nicht besetzt worden sind, beschäftigt der Hersteller gut 3 500 Mitarbeiter. Insgesamt hat Bentley in der Absatzkrise die Fixkosten um rund ein Viertel gesenkt. Dennoch schreibt die Luxustochter als einzige Automarke des VW-Konzerns neben dem spanischen Dauersorgenkind Seat rote Zahlen. Branchenkenner rechnen für das laufende Jahr mit einem Minus in hoher zweistelliger Millionenhöhe. Bentley müsse „die Durststrecke durchfinanzieren“, räumt Paefgen ein. Dabei helfe die Zugehörigkeit zum Konzern. „Wir müssen nicht mit Banken über Kreditlinien reden, sondern mit VW.“

Entscheidender Absatztreiber soll Bentleys zuletzt schwer verkäufliche Einstiegs-Modellreihe Continental sein. „Die Nachfrage im Segment des Continental kommt wieder“, ist Paefgen überzeugt. VW hatte die Reihe nach der Übernahme der ehemaligen Rolls-Royce-Tochter Anfang des Jahrzehnts entwickelt.

Der Weltmarkt für viersitzige Autos in der Preisspanne zwischen 150 000 und 200 000 Euro war vor der Krise förmlich explodiert. Von ehemals 3 500 Stück im Jahr 2004 auf gut 17 000 Autos drei Jahre später. Im zweiten Halbjahr 2008 brach die Nachfrage ein. Zahlungswillige Kunden wie Bonusbanker fielen weitgehend aus. Experten rechnen 2009 mit einem Verkauf von weniger als 10 000 Autos. „Bentley ist der größte Verlierer“, sagt Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen. In den USA sei der Absatz auf weniger als die Hälfte gefallen.

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