Marktführer im Luxussegment
Yachten aus den italienischen Bergen

Weit und breit kein Meer in Sicht: Der Weltmarktführer für Luxusyachten von mehr als 24 Metern, Azimut Benetti, hat seinen Sitz in Avigliana, am Fuße der Alpen. Mit 2 500 Mitarbeitern verwirklicht das Unternehmen die Träume der Reichen und Superreichen – schon im nächsten Jahr könnte eine Milliarde Euro umgesetzt werden.

AVIGLIANA. Enorme weiße Plastikwannen reihen sich vor den braun-gelben Fabrikhallen. Nur in Grundzügen lassen diese Bauteile erahnen, welche Luxusyachten mit Whirlpool und iPod-Anlage daraus entstehen. Hier in Avigliana, am Fuße der Alpen, nur 20 Minuten westlich von Torino, verwirklicht Azimut Yachts, der Weltmarktführer von Luxus-Motoryachten, die Träume der Scheichs in Dubai und der Hedge-Fonds-Manager an der amerikanischen Ostküste.

Kein See, kein Fluss, kein Meer in Sicht. Doch hier liegt der Heimatort von Paolo Vitelli, der das Unternehmen 1969 gegründet hat und heute Präsident von Azimut-Benetti ist. Die Gruppe ist Weltmarktführer bei Luxusyachten von mehr als 24 Meter Länge. Azimut Yachts, Atlantis und Benetti Yachts sind die drei Hausmarken und kommen gemeinsam auf 800 Mill. Euro Umsatz. Eine Azimut Yacht kostet zwischen 400 000 und zehn Mill. Euro. Benetti, die Marke, die auf das noch höhere Segment spezialisiert ist, baut Yachten bis zu 70 Meter Länge. Preis pro Meter: eine Million Euro. Die neuesten Modelle zeigen die Italiener in diesen Tagen auf dem „Salone Nautico“ in Genua.

Insgesamt 2 500 Menschen arbeiten für die Azimut-Benetti, 1 200 davon in Avigliana. Zwei Spezialtransporter verlassen täglich das Werk Richtung Wasser. Größere Boote, die zu breit für die Autobahn sind, fertigt die Gruppe in anderen Werken wie Viareggio, Savona, Fano und Livorno. Zudem lässt Azimut in Zukunft kleinere Modelle bis zu 13 Metern in der Türkei von Karsan bauen.

Um auch am Fuße der Alpen ein bisschen See-Atmosphäre zu schaffen, hat Azimut den Konferenzraum im Dachgeschoss mit meerblauen Vorhängen geschmückt. Doch wenn Federico Martini, Vorstandsvorsitzender der Marke Azimut Yachts, aus dem Fenster schaut, versperren ihm die Berge den Blick auf den Horizont. Dennoch blickt der 47-jährige externe Manager optimistisch nach vorne: „Wir hoffen als Gruppe schon bald die Milliardengrenze zu knacken“, sagt Martini, dessen Marke rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. Bei den bisherigen Wachstumsraten könnte das schon im kommenden Jahr soweit sein. Schließlich legt die Gruppe seit fünf Jahren jährlich 15 bis 20 Prozent zu.

Potenzial sieht Martini vor allem in Asien: „Wir sind erst seit kurzem in Indien und China. Aber die Aufträge übertreffen schon jetzt unsere Erwartungen.“ Die neuen Märkte könnten auch helfen, die niedrigeren Margen in den USA auszugleichen, die unter dem schwachen Dollar leiden. Denn: „Reiche gibt es überall.“

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