Marktführer investieren in regenerative Energien
Heizungsindustrie profitiertvom starken Auslandsgeschäft

Die deutsche Heizungsbranche präsentiert sich auf der Frankfurter Fachmesse ISH für Installation, Sanitär und Heizung überwiegend gut gelaunt.

FRANKFURT. „Der deutsche Heiztechnikmarkt hat nach neun Jahren Rückgang im vergangenen Jahr erstmals wieder Wachstum verbucht“, sagt Ulrich Staudinger, Geschäftsführer der BBT Thermotechnik, des neuen Zusammenschlusses der Heiztechnikaktivitäten von Bosch und Buderus.

Auf sechs Prozent schätzt Andreas Lücke, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie, das Plus. Martin Viessmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Viessmann Werke, schätzt den Zuwachs zwar nur auf 1,5 Prozent, aber auch auch er sieht ein „enormes Investitionspotenzial“ für den deutschen Heizungsmarkt. Denn mehr als ein Drittel aller in Deutschland installierten rund 15 Mill. Heizungsanlagen sind veraltet. Strengere Emissionsverordnungen und vor allem der kommende Energiepass werden den Austausch fördern, ist sich Lücke sicher.

Da das Geschäft in Deutschland jedoch überwiegend vom Austausch lebt und sich das Marktvolumen kaum vergrößern lässt, zieht es die Branche zunehmend ins Ausland. Der durch die Übernahme von Buderus durch Bosch entstandene europäische Marktführer BBT erzielt inzwischen 57 Prozent seines Umsatzes von 2,5 Mrd. Euro im Ausland. Nach Aussage von Geschäftsführer Klaus Huttelmaier wuchs das Unternehmen im vergangenen Jahr um 13 Prozent, während es in Deutschland nur fünf Prozent waren. Vaillant als Europas Nummer zwei kommt gar auf einen Auslandsanteil von rund 80 Prozent, wozu vor allem die starke Marke Hepworth beträgt. Den britischen Konkurrenten hat das Remscheider Familienunternehmen vor vier Jahren übernommen. Auch bei Vaillant stieg der Umsatz im Inland mit vier Prozent schwächer als der Gesamtumsatz, der mit 1,8 Mrd. Euro sechs Prozent höher ausfiel.

Auch Viessmann, Europas Nummer drei im Heizungsmarkt, profitiert von seiner etwas später begonnenen Internationalisierung und kommt auf einen Exportanteil von 43 Prozent. Im Unterschied zu BBT und Vaillant, die fleißig Hersteller im Ausland übernehmen, will das Unternehmen aus Allendorf in Nordhessen aus eigener Kraft wachsen. „Firmenzukäufe kommen für uns nur in Ausnahmefällen in Frage“, sagte Alleininhaber Martin Viessmann auf der ISH-Messe. „Die Integration ist oft schwierig und senkt die Motivation der Mitarbeiter.“

Bei ihrer Wachstumsstrategie setzen die Branchenführer nicht nur auf die Erschließung neuer Märkte in Osteuropa oder bald auch in Asien und Amerika, sondern auch auf ihre technologische Stärke. Bei Wandgeräten, die nach Angaben von Viessmann inzwischen zwei Drittel des europäischen Marktes ausmachen, ist Vaillant besonders stark, doch die Konkurrenz hat aufgeholt. Die Brennwerttechnik setzt sich immer mehr durch. Von April an dürfen in Großbritannien nur noch Heizgeräte mit Brennwerttechnik eingesetzt werden. Buderus profitierte hier lange von der Übernahme des 1994 gekauften niederländischen Brennwert-Spezialisten Nefit. Hoffnungen setzt die Branche auch auf die regenerativen Energien. BBT hat deshalb vor kurzem den schwedischen Wärmepumpen-Spezialisten IVT übernommen.

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