Marktmacht in Europa: Fiat sagt VW den Kampf an

Marktmacht in Europa
Fiat sagt VW den Kampf an

Fiat will in Europa ein Gegengewicht zu seinem Konkurrenten VW schaffen. Entscheidend ist dabei Fiats Kontrolle über den US-Konzern Chrysler. Doch eine Fusion soll es laut Doppelchef Marchionne erst nach 2015 geben.
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DetroitDer italienische Autohersteller Fiat will in Europa ein Gegengewicht zu seinem Konkurrenten VW schaffen. „Wenn sich zwei europäische Autokonzerne zusammenschließen, erhält man die richtige Antwort“, sagte der Chef des italienischen Unternehmens, Sergio Marchionne, am Montag am Rande der Automesse in Detroit. Fiat sei grundsätzlich bereit, sich an einer solchen Konsolidierung zu beteiligen. Volkswagen halte rund 20 Prozent des Marktanteils in Europa. Es müsse eine Art zweiter Volkswagen-Konzern mit vergleichbarer Marktmacht geschaffen werden, forderte Marchionne. Wie dies bewerkstelligt werden könne, sei aber noch ein Rätsel.

Fiat hat die Kontrolle über den US-Konzern Chrysler und will die beiden Traditionsmarken zu einem transatlantischen Rivalen für den Weltmarktführer General Motors und die Branchengrößen VW und Toyota zusammenschweißen. Am Montag erklärte Fiat, um die weltweiten Umsatzziele zu erzielen, sei Chrysler zur Aufnahme eines dritten Partners bereit. Der endgültige Zusammenschluss von Fiat und Chrysler lässt aber auf sich warten. Erst nach 2015 werde dieses Ziel erreicht, sagte Doppelchef Sergio Marchionne. Vorher werde es auch keinen Börsengang von Chrysler geben, führte der Lenker des italienisch-amerikanischen Gespanns aus. Fiat hält mittlerweile 58,5 Prozent an Chrysler. Mit Hilfe der Italiener hat der drittgrößte US-Autokonzern die Insolvenz des Jahres 2009 hinter sich gelassen und schrieb zuletzt auch wieder schwarze Zahlen. Die Verkäufe sind im vergangenen Jahr im wichtigen Heimatmarkt um 26 Prozent auf 1,4 Millionen hochgesprungen - damit wuchs Chrysler deutlich schneller als die größeren Rivalen GM und Ford.

Der europäische Markt leide in diesem Jahr unter Überkapazitäten und geringem bis gar keinem Wachstumspotenzial, sagte Marchionne weiter. Auch der Chef des französischen Autobauers Renault , Carlos Ghosn, malte für Europa in diesem Jahr ein düsteres Bild. Er rechne in der Branche insgesamt mit einem Absatzrückgang von drei Prozent, sagte Ghosn unabhängig von den Äußerungen Marchionnes der Nachrichtenagentur Reuters in Detroit.

Auf der ersten großen Branchenmesse des Jahres blasen die deutschen Autobauer zum Angriff auf dem wieder erstarkenden US-Markt. So wollen sie die Schwächen im Europa-Geschäft ausgleichen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @ MJM1605,

    wir Deutsche sind eben die Größte, diese Südländer sollen sich lieber um ihre Olivenbäume kümmern!

  • Marchionne ist ein Blender, der immer große Versprechen macht (die er dann nie hält) und große Szenarien in die Zukunft spinnt, aber vom Autobau keine Ahnung hat. Eben ein Schwätzer. Bis auf vielleicht den FIAT 500 sind die anderen Modelle reine Ladenhüter. Auch die Strategie auf Chryslerfahrzeuge Lanciaembleme zu schrauben ist ein ziemliches Armutszeugnis. Marchionne hat das Wasser am Halse stehen und tut so als wenn er der große Sieger ist. Ein Bluffer, der immer noch glaubt damit andere zu beeindrucken. Von tollen Sprüchen verkauft man aber keine Autos Herr Marchionne. Weltmarktführer wird man alleine durch die besseren Produkte. Die Zahlen sprechen für sich: In Italien hat der Fiatkonzern im Jahr 2010 600763 Fahrzeuge produziert. Ganz Italien 612912 Fahrzeuge. Deutschland hat im gleichen Jahr 5552659 Fahrzeuge produziert (fast zehn mal soviel). Davon Volkswagen alleine 2297444 und Audi mit 993434 Fahrzeugen mehr als ganz Italien.
    Dabei ist noch anzumerken dass die Lohnkosten in Deutschland sehr viel höher sind.
    Zu dem “wieder erstarkenden” US-Markt ist noch anzumerken dass dieser von kurzer Dauer sein wird da er auf der von der FED beruhenden Flutung der Märkte mit frischen Dollar beruht. So werden wieder neue Konsumkreditblasen geschaffen, die wie schon die Immobilienblase zuvor, zum platzen verurteilt ist.

  • Sergio Marchionne ist auf Brautsuche! Wer käme da in Frage?
    Mir fällt spontan nur BMW als dritter Partner ein.
    Ich bin aber kein Experte, dem quirligen Italo-Kanadier traue ich aber einiges zu.

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