Marktumfeld ist weiter unbefriedigend
Pfleiderer hält trotz Gewinneinbruchs an Jahresziel fest

Der Oberpfälzer Mischkonzern Pfleiderer hat im zweiten Quartal unter anderem wegen hohem Wettbewerbs- und Preisdruck einen kräftigen Gewinneinbruch verbucht.

Reuters NEUMARKT. An seiner Prognose für das Gesamtjahr hält das im Umbau befindliche SDax-Unternehmen aber weiter fest. Für 2003 werde nach wie vor von einem Umsatz von über einer Milliarde Euro sowie einem Gewinn vor Steuern im zweistelligen Millionen-Bereich ausgegangen, sagte Vorstandschef Ralf Bufe in einer Telefonkonferenz am Dienstag. Dieser werde wohl „eher bei zehn als bei 100 Millionen Euro liegen“. Zudem wolle Pfleiderer für 2003 nach dem Ausfall im Vorjahr wieder eine Dividende zahlen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Liquidität dies zulasse. Für die Bereiche Tischlerplatten und Windenergie will der Konzern noch im laufenden Jahr einen Investor finden, der sie übernimmt oder zumindest als Partner mitbetreibt.

Die Pfleiderer-Aktie kletterte zeitweise um über neun Prozent, verlor aber dann und notierte gegen Mittag mit 3,10 Euro ein Prozent im Plus.

„Jammern hilft nichts“

Pfleiderer stellt Bahn-Schwellen, Masten und Türme, Spannplatten für die Möbelindustrie sowie Windkraftanlagen her. 2002 hatte sich der Konzern entschieden, die Sparte Baustoffe aufzugeben, um weniger konjunkturanfällig zu sein.

Im Zeitraum April bis Juni verbuchte Pfleiderer einen Gewinn vor Steuern von 2,6 Millionen Euro nach 5,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Hierbei belasteten die nicht fortzuführenden Aktivitäten - also Tischlerplatten und Windenergie - das Ergebnis mit 5,7 Millionen Euro, so dass ausschließlich bezogen auf die künftig anvisierten Geschäftsfelder ein Vorsteuergewinn von 8,3 (11,0) Millionen Euro anfiel. Der Umsatz sank auf 240,1 (250,1) Millionen Euro.

Gegenüber dem ersten Quartal 2003, wo Pfleiderer noch einen Vorsteuerverlust verbucht hatte, verbesserte sich das Ergebnis jedoch deutlich. „Die Maßnahmen zur Ergebnissicherung zeigen Wirkung“, sagte Bufe und verwies darauf, dass von den geplanten Kosteneinsparungen von 50 Millionen Euro zur Jahresmitte gut ein Drittel bereits realisiert seien. Der Löwenanteil werde in der zweiten Jahreshälfte wirksam. 275 der anvisierten 350 Stellenstreichungen seien per Ende Augst vereinbart. Nun gelte es, die Kosten weiter konsequent im Griff zu behalten. „Jammern hilft nichts“, resümierte Bufe.

Marktumfeld in Deutschland weiter unbefriedigend

Im Bereich Holzwerkstoffe leidet die Branche und damit auch Pfleiderer nach Worten Bufes weiter unter Überkapazitäten, Nachfrageschwäche und ungünstigen Rohstoffpreisen. „Die Wettbewerbssituation in Deutschland ist nach wie vor unbefriedigend“, sagte der Vorstandschef. Allerdings entwickle sich der Export positiv und im vierten Quartal rechne der Konzern mit saisonal bedingt steigender Nachfrage.

Sowohl für die Sparten Windenergie als auch bei den Tischlerplatten verhandelt Pfleiderer Bufe zufolge derzeit mit strategischen Interessenten und Finanzinvestoren. „Wir gehen davon aus, dass wir noch 2003 eine Lösung finden“, sagte er. Mit nennenswerten Sondereffekten bei einem Verkauf sei aber nicht zu rechnen: „Wir erwarten keine größeren Buchgewinne, wir erwarten aber auch keine größeren Buchverluste.“

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