Marktwachstum
China lockt westliche Pharmakonzerne

Der chinesische Pharmamarkt könnte schon bald zum drittgrößten der Welt aufsteigen. Westliche Pharmakonzerne wittern das große Geschäft - und setzen auf Forschung in Fernost. Alleine Novartis will seine Forschungseinheiten in China mit einer Mrd. Dollar deutlich ausbauen.
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FRANKFURT. Westliche Pharmaunternehmen zieht es immer stärker auf die fernöstlichen Märkte. Vor allem China lockt die Konzerne mit starkem Marktwachstum und steigendem Bildungsniveau. Das macht den Standort für die Forschung attraktiv. Der Basler Pharmakonzern Novartis ist davon überzeugt: Er will in den nächsten fünf Jahren eine Mrd. Dollar in den Ausbau seiner Forschungseinheiten in China investieren. Es handelt sich um die mit Abstand größte Forschungsinvestition eines westlichen Arzneiherstellers in dem Land.

Das Novartis Institut für Biomedizinische Forschung in Shanghai soll drittgrößter Forschungsstandort des Konzerns nach der Zentrale in Basel und einem F+E-Zentrum in Cambridge/USA werden. Die Zahl der Wissenschaftler in dem Institut will der Baseler Konzern von derzeit 160 auf rund 1 000 erhöhen.

Zusätzlich rund 250 Mio Dollar hat der Konzern in ein Entwicklungs- und Produktionszentrum für Pharmawirkstoffe im nahe gelegenen Changshu investiert. "Wir sind zuversichtlich, dass sich diese verstärkten Investitionen in neuen Therapien für die Patienten in China und anderen Ländern niederschlagen werden", sagt Novartis-Chef Daniel Vasella.

Pharmamarkt in China wächst zweistellig

Auch andere Pharmakonzerne haben in den letzten Jahren ihre F+E-Aktivitäten in China aufgebaut oder erweitert. Allerdings reichen diese Engagements bei weitem nicht an die Dimensionen der Novartis-Pläne heran. Firmen wie Roche, Pfizer, Wyeth, Lilly und Sanofi-Aventis zum Beispiel eröffneten Mitte des Jahrzehnts erste Forschungseinheiten in Shanghai. Die britische Glaxo-Smithkline etablierte 2007 ein Entwicklungszentrum für neurodegenerative Krankheiten. Bayer kündigte Anfang des Jahres Investitionen von 100 Mio. Euro für ein neues F+E-Zentrum in Peking an und besiegelte eine Partnerschaft mit der Tsinghua-Universität in Peking.

Auslöser für den Drang der Pharmariesen nach Fernost ist zum einen das starke Wachstum des chinesischen Pharmamarktes. Er expandiert schon seit Jahren mit zweistelliger Rate und bietet damit den westlichen Konzernen große Potenzial, um das eher magere Wachstum auf den etablierten Märkten zu kompensieren.

IMS Health, das führende Marktforschungsunternehmen in der Branche, geht davon aus, dass sich die Arznei-Umsätze in China in den nächsten Jahren um mehr als 20 Prozent pro Jahr zulegen werden. Bis 2013 könnten sie sich damit von derzeit 25 Mrd. Dollar auf mehr als 70 Mrd. Dollar nahezu verdreifachen. China würde damit Deutschland und Frankreich überrunden und zum drittgrößten Pharmamarkt nach den USA und Japan aufsteigen.

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  • Dreimal Hoch,

    Das bestreben noch mehr noch mehr Kapital zu Erwirtschaften kennt keine Grenzen.China ist uns auf den Fersen.
    Jetzt auch mit Mithilfe der Pharmakonzerne.
    investitionen im innland sind nicht mehr attraktiv weil die (Krankheit Gier) in dem Fall für Pharmakonzerne kein Mittel dagegen gefunden hatten.

    Es lebe hoch,hoch,hoch die Gier.
    Geniale Entwicklung

    Mfg

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