Marktwachstum liegt 2003 auf dem Niveau des Vorjahres: Starkes viertes Quartal stützt die Pharmabranche

Marktwachstum liegt 2003 auf dem Niveau des Vorjahres
Starkes viertes Quartal stützt die Pharmabranche

Die Pharmabranche hat sich 2003 besser entwickelt als erwartet. Dank eines überraschend starken vierten Quartals wird das Marktwachstum mit währungsbereinigt rund 8 % im Gesamtjahr voraussichtlich ähnlich hoch ausgefallen sein wie 2002. Darauf deuten die bisher vorliegenden Daten der Marktforschungsgruppe IMS Health hin.

shf FRANKFURT/M. Wachstum verzeichneten jedoch nicht alle Anbieter gleichermaßen: Die Entwicklung der führenden Pharmaherstellern driftet vielmehr zusehends auseinander. Das Spektrum reicht von einem Umsatzrückgang um knapp einem Viertel beim US-Konzern Schering-Plough bis hin zu einem Plus von fast 50 % beim US-Biotechriesen Amgen. Entscheidende Erfolgsfaktoren der Pharmafirmen bleiben ein robustes Produktportfolio und gesicherte Patente für die Umsatzträger.

Noch deutlicher fallen die Unterschiede bei den Erträgen der Anbieter aus – allerdings beeinflussen die Ergebnisse zahlreiche Sonderfaktoren wie Fusionskosten und Strukturprogramme. Zudem wurden bei mehreren europäischen Konzernen die Gewinne durch Währungseffekte deutlich gebremst. Im Schnitt sind nach Berechnungen der Handelsblatts die Netto-Gewinne der führenden Hersteller lediglich um etwa 4 % gewachsen, wobei in den USA Bristol-Myers Squibb und Amgen sowie in Europa Roche die größten Fortschritte verbuchten.

Zu den wenigen Vertretern mit konstanter Stärke gehören Johnson & Johnson und Sanofi-Synthélabo. Der französische Konzern, der sich um eine Übernahme des Konkurrenten Aventis bemüht, wird bei Umsatzrendite und Wachstumsraten nur vom US-Konzern Amgen übertroffen. Sanofi profitiert dabei vom Erfolg seiner Spitzenprodukte und einem relativ hoher Anteil an Lizenzeinnahmen.

Comeback für Eli Lilly und Roche

Etwa die Hälfte der großen Arzneihersteller hat 2003 dagegen Marktanteile verloren. Schering- Plough bleibt zwar ein Extremfall. Deutlich abgeschwächt hat sich aber auch die Umsatzentwicklung bei Unternehmen wie Merck & Co, Astra Zeneca, Aventis und Wyeth. Bei diesen Anbietern spielten Patentabläufe und Generikakonkurrenz eine große Rolle. Wyeth musste einen Einbruch bei Mitteln zum Hormonersatz verkraften, nachdem diese wegen Nebenwirkungen in die Kritik gerieten.

Eine Art Comeback nach einer Durststrecke ist dem US-Konzern Eli Lilly und der Baseler Roche- Gruppe gelungen. Grundlage sind in beiden Fällen eine Reihe neuer Medikamente, die man in den vergangenen beiden Jahren auf den Markt bringen konnte. Marktführer Pfizer verdankt seinen starken Umsatzsprung unterdessen vor allem der erstmaligen Konsolidierung von Pharmacia. Bereinigt um diesen Effekt dürfte der US-Konzern kaum kräftiger zugelegt haben als der Gesamtmarkt.

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