Marode Airline
Brasilianer bieten für Alitalia

Die brasilianische Multi-Long bietet 1,5 Mrd US-Dollar für die italienische Fluggesellschaft Alitalia. Multi-Long hatte schon einmal für eine Airline geboten - und war gescheitert.

SAO PAULO. Wie Multi-Long mitteilte, wurde das Gebot der italienischen Regierung und der Europäischen Kommission vorgelegt. Bei Alitalia war zunächst keine Stellungnahme erhältlich. Der CEO des brasilianischen Unternehmen, Michael Breslow sagte, dass Multi-Long bisher keine Erfahrung mit dem Geschäfts einer Fluggesellschaft habe. Das Problem von Alitalia sei aber, dass eine finanzielle Reorganisation nötig sei.

Multi-Long hat noch keine Finanzierung für einen möglichen Alitalia-Kauf. Allerdings geht das auf Restrukturierungen spezialisierte Unternehmen davon aus, dass europäische und brasilianische Banken entsprechende Zusagen geben würden. Multi-Long war mit ihren Bemühungen, die brasilianische Fluglinie Varig vor zwei Jahren zu übernehmen, ohne Erfolg geblieben. Damals hatte das Unternehmen 800 Millionen US-Dollar für Varig geboten. Der Vorschlag wurde seinerzeit aber von den Behörden des Landes zurückgewiesen.

Zuvor hatte Air France-KLM am 14. März ein Angebot vorgelegt, das den italienischen Konkurrenten mit 139 Millionen Euro bewertet. Der Aufsichtsrat von Alitalia hatte das Angebot, das die Streichung von etwa 2100 Stellen vorsah, akzeptiert. Die Verhandlungen scheiterten jedoch an neuen Forderungen der Gewerkschaften.

Italiens designierter Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat indes im Streit mit der EU-Kommission über Alitalia mit einer kompletten Verstaatlichung der angeschlagenen Fluggesellschaft gedroht. Sollten die EU-Kommissare wegen eines Überbrückungskredits "weiter rumheulen", könnte die Regierung auch die restlichen Alitalia-Anteile übernehmen, sagte er am Dienstag. Eine Möglichkeit wäre, dass sich die staatliche Eisenbahngesellschaft an Alitalia beteilige. "Das ist eine Drohung und noch keine Entscheidung", sagte Berlusconi. Die beste Lösung für Alitalia sei immer noch die Übernahme durch ein italienisches Konsortium.

Das italienische Kabinett hatte in der vergangenen Woche einen Überbrückungskredit von 300 Millionen Euro bewilligt, um nach dem Rückzug des Übernahmeangebots von Air France-KLM das Überleben der verlustträchtigen Alitalia während der Suche nach einer Alternativlösung zu sichern. Die EU hatte Italien wegen des Notkredits bereits im Vorfeld mit rechtlichen Schritten gedroht, weil es hinter dem Schritt eine staatliche Beihilfe vermutet. Italien will seinen Anteil von 49,9 Prozent eigentlich verkaufen. Ein Geschäft scheiterte aber bislang vor allem wegen des Widerstands der Gewerkschaften.

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