Martin Eisenhut
Industrieexperte wird Chef von AT Kearney

Überraschung bei der Managementberatung AT Kearney: Martin Eisenhut, erst seit 2015 im Unternehmen, wird neuer Chef für den deutschsprachigen Raum. Ende des Jahres löst er Martin Sonnenschein ab.

DüsseldorfAls Martin Eisenhut Anfang 2015 die Unternehmensberatung Roland Berger verließ, ging ein Raunen durch die Beraterszene. Der Partner und Aufsichtsrat galt als einer der Top-Berater im Unternehmen, bestens verdrahtet im deutschen Maschinen- und Anlagenbau – einer der Treiber des Geschäfts.
Roland Berger hatte sich gerade neu organisiert und den Verkauf an einen Wirtschaftsprüfer abgeblasen. Der Franzose Charles-Edouard Bouée wurde neuer Berger-Chef. Für mehrere der oberen Führungskräfte war dies der Moment zu gehen – einer von ihnen war Eisenhut. Er heuerte beim Konkurrenten AT Kearney an übernahm dort den Bereich Industrial Goods & Services.

Jetzt erobert der 52-Jährige bei seinem neuen Arbeitgeber den Chefposten. Ende des Jahres steigt Eisenhut zum neuen Chef von AT Kearney in Zentraleuropa auf. Der promovierte Naturwissenschaftler verantwortet damit als Managing Director die Geschäft in Deutschland, der Schweiz und Österreich.

Eisenhut folgt auf Martin Sonnenschein, der nach mehr als sechs Jahren turnusgemäß den Chefposten bei AT Kearney räumt. Dass die Wahl auf den Ex-Roland-Berger-Berater fiel, überrascht, weil er im Vergleich zu anderen Partnern erst kurze Zeit im Unternehmen ist. Offenbar hat er sich aber intern schnell Respekt verschafft und eine Hausmacht aufgebaut.

„Er hat es aufgrund seiner Persönlichkeit geschafft, schon in sehr kurzer Zeit eine breite Akzeptanz in unserer Partnerschaft zu erzielen“, sagt Johan Aurik, der globale CEO von AT Kearney. Er hatte gemeinsam mit Europachef Luca Rossi die Auswahl nach Gesprächen im deutschen Partnerkreis getroffen. Eisenhut wertet seine erst kurze Zeit als Partner bei AT Kearney als strategischen Vorteil in seinem neuen Job. „Einerseits fühle ich mich vom ersten Tag an als Teil eines sehr erfolgreichen Teams“, sagt er. „Andererseits habe ich mir den Blick von außen bewahrt.“ Gerade diese Mischung sei hilfreich, „um Bewährtes fortzuentwickeln und auch neue Impulse zu setzen“.

Eisenhut gilt als ausgewiesener Experte im Maschinen- und Anlagenbau, der Zulieferindustrie und im Verteidigungssektor. Er will den ambitionierten Wachstumskurs seines Vorgängers fortsetzen. Sonnenschein hatte vor wenigen Jahren angekündigt, AT Kearney wolle bis zum Jahr 2020 den Umsatz verdoppeln und dann zu den drei bedeutendsten Beratungen weltweit gehören.

Im Jahr 2014 kam das Unternehmen auf einen globalen Umsatz von 1,1 Milliarden Dollar, rund 200 Millionen Euro dürfte laut Schätzungen aus der Branche die deutsche Sektion beigetragen haben. Der bisherige Chef Sonnenschein tritt Anfang 2017 zurück in die Riege der Berater und will sich vor allem der digitalen Transformationen der Kundenunternehmen widmen.

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