Martin Shkreli

Der meistgehasste Mann der USA sieht sich als Opfer

Hoch geflogen, tief gefallen: Martin Shkreli sitzt im Gefängnis. Der Vorwurf: Betrug durch ein Schneeballsystem. Doch Shkreli sieht den wahren Grund in seiner drastischen Preiserhöhung eines HIV-Medikaments.
Der Hedgefonds- und Pharma-Manager wird in New York von der Polizei abgeführt. Er soll elf Milliarden Dollar veruntreut haben. Quelle: ap
Martin Shkreli

Der Hedgefonds- und Pharma-Manager wird in New York von der Polizei abgeführt. Er soll elf Milliarden Dollar veruntreut haben.

(Foto: ap)

New YorkDer unter Betrugsverdacht stehende Pharma- und Hedgefonds-Manager Martin Shkreli, gegen den seit vergangener Woche wegen der Veruntreuung von Millionensummen ermittelt wird, sieht sich als Opfer der Justiz. Er sei unschuldig und „wegen einer Sache festgenommen worden, wegen der ich nicht hätte festgenommen werden sollen“, sagte Shkreli dem „Wall Street Journal“. Der wahre Grund für seine Festnahme sei, dass er als Chef der Pharmafirma Turing den Preis für das Medikament Daraprim drastisch erhöht habe.

Shkreli hatte den Preis des Medikaments gegen Malaria und die Folgen einer HIV-Infektion über Nacht von 13,50 auf 750 Dollar heraufgesetzt. Shkreli war daraufhin zum meistgehassten Mann in den USA erklärt worden. Die vielen Aufforderungen, den Preis für Daraprim wieder zu senken, hatte Shkreli mit Hohn und Spott beantwortet. Dem „Wall Street Journal“ sagte der 32-Jährige nun, es habe sich um ein „soziales Experiment“ gehandelt.

„Was tust du, wenn du die Aufmerksamkeit von Millionen Menschen hast? Ich dachte, es wäre lustig, damit herumzuexperimentieren“, sagte Shkreli. „Ich habe das nicht wörtlich gemeint, ich fand es interessant zu sehen, wie die Leute reagieren.“ Es sei eine „wahre Ungerechtigkeit“, wegen eines „sozialen Experiments“ festgenommen zu werden. Shkreli war am Donnerstag verhaftet worden, doch kam er später auf Kaution wieder frei.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Dem 32-Jährigen wird vorgeworfen, als Hedgefonds-Manager mit einem Schneeballsystem elf Millionen Dollar (zehn Millionen Euro) veruntreut zu haben. Wegen der Vorwürfe musste er als Chef des Pharmaunternehmens Turing zurücktreten und wurde auch als Chef der Pharmafirma Kalobios gefeuert, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Dort hatte er den Vorstandsvorsitz erst Mitte November übernommen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Shkreli vor, 2009 Investoren überzeugt zu haben, drei Millionen Dollar in seinen Hedgefonds zu investieren. Als er das Geld verlor, habe er einen neuen Hedgefonds gegründet, um die Verluste zu verdecken. Der Betrug habe sich über fünf Jahre bis 2014 hingezogen. Shkreli hatte sich zudem darauf spezialisiert, die Patente günstiger Medikamente zu kaufen und dann den Preis drastisch zu erhöhen.

  • afp
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