Martin Winterkorn
VW bleibt Chefsache

Volkswagens Konzernchef Martin Winterkorn will die Kernmarke VW auch nach der Übernahme des Sportwagenbauers Porsche in Personalunion führen. Chefaufseher Ferdinand Piëchs erwägt einen neuen Namen für Volkswagen. Ein neutraler Konzernname könnte die Integration weiterer Marken erleichtern. Der Betriebsrat stemmt sich dagegen.

FRANKFURT. Auf die Frage, ob Martin Winterkorn die Aufgabe angesichts seiner Arbeitsbelastung abgeben werde, sagte er dem Handelsblatt am Rand der IAA: "VW werde ich weiter machen. Ich möchte nicht im 13. Stock des VW-Hochhauses sitzen und nichts mehr mit dem Produkt zu tun haben."

Zuvor war spekuliert worden, Winterkorn könnte sich auf den Job an der Konzernspitze zurückziehen und der ehemalige Continental-Chef Karl-Thomas Neumann die Volumenmarke VW übernehmen. Neumann könnte zwar eine führende Position im Wolfsburger Konzern einnehmen, aber eher im technischen Bereich, hieß es in Unternehmenskreisen.

Winterkorns Vorgänger Bernd Pischetsrieder hatte den Konzern geführt, die Verantwortung für die wichtigste Marke VW aber im Jahr 2005 an Wolfgang Bernhard abgegeben. Der heutige Daimler-Manager hatte die Marke bis zu Winterkorns Amtsantritt im Jahr 2007 geführt, seitdem verantwortet Winterkorn beide Funktionen. In der Branche ist das keine Ausnahme, auch Daimler-Chef Dieter Zetsche etwa leitet Mercedes selbst.

Die Berufung des Managers Hubert Waltl zum Produktionschef der Marke VW hatte Anfang der Woche Spekulationen genährt, Volkswagen könnte eine stärkere Arbeitsteilung ins Auge fassen. Bis dahin war der Produktionsvorstand des Konzerns, Jochem Heizmann, ebenfalls für die Werke der Marke verantwortlich.

Unternehmenskreise verwiesen auf die Vorteile einer stärkeren Trennung von Konzern und Marke, die größeren Spielraum ermögliche. Winterkorns Arbeitsbelastung, die mit der Integration von Porsche noch zunehmen dürfte, gilt als Flaschenhals für Entscheidungen bei VW. In Kreisen des Aufsichtsrats hieß es jedoch, die Führungsfrage sei Winterkorns Sache. Die Arbeitnehmervertreter sehen keinen Grund für eine Aufgabenteilung und verweisen auf Winterkorns Erfolg. Während der weltweite Autoabsatz bis August um 14 Prozent einbrach, verzeichnete der VW-Konzern einen Rückgang von nur 2,1 Prozent.

Volkswagen könnte einen neuen Namen bekommen. Darüber denkt Chefaufseher Ferdinand Piëch nach. Mit einer Umbenennung will er nach der Verschmelzung mit Porsche die Marke VW besser abtrennen und den Porsche-Managern das Zusammengehen erleichtern. "Ich persönlich halte einen Konzernnamen, der von einer Marke unabhängig ist, für stärker", sagte Piëch am Rande der Automesse IAA in Frankfurt.

Seite 1:

VW bleibt Chefsache

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%