Maschinen- und Anlagenbau
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Nach dem historischen Auftragseinbruch stellt sich der Maschinen- und Anlagenbau mit verbesserter Technik und effizienteren Strukturen neu auf. Doch Experten warnen: Die Krise im Maschinenbau könnte noch bis zum Jahr 2012 andauern. Grund ist der Niedergang der Abnehmerindustrien wie dem Automobilbau.

KÖLN. Ofro ist der perfekte Wachmann. Er ist unbestechlich und stahlhart, braucht keinen Schlaf und registriert mit seinen laserscharfen Augen jede noch so kleine Bewegung. Ofro ist ein mobiler Sicherheitsroboter der Firma Robowatch aus Berlin, und er ist eine der wenigen Maschinen, die ihrem Hersteller derzeit steigende Umsätze beschert. Neben seinen Fähigkeiten dient vor allem der günstige Preis als Kaufargument. "Wer eine Lagerhalle absichern will, der kauft 50 Bewegungsmelder, außerdem teure Kameras und Hochsicherheitsschlösser - oder zwei Sicherheitsroboter, die nur halb so viel kosten", sagt Robowatch-Geschäftsführer Jens Hanke.

Robowatch will den Umsatz in diesem Jahr auf mehr als zehn Mio. Euro verdoppeln - und das sei noch eine "konservative Schätzung", sagt Hanke. Er rechnet damit, dass sein Unternehmen auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Südafrika zum Zuge kommt. Immerhin hat Robowatch gute Referenzen - schon bei der WM 2006 in Deutschland sorgten die Ofros für Sicherheit rund um die Stadien. Hanke stellt nun kräftig ein: Er will die Mitarbeiterzahl von derzeit 45 um ein Drittel aufstocken.

High Tech hilft Kosten sparen - das Argument zieht in der Krise mehr denn je. Wenn Unternehmen investieren, dann vor allem, um künftig mit geringeren Fixkosten planen zu können. Allerdings haben viele Betriebe die Ausgaben für neue Ausrüstungen komplett gestrichen - was beim Maschinen- und Anlagenbau den größten Nachfrageeinbruch seiner Geschichte gesorgt hat.

Im Februar ging der Auftragseingang nach Angaben des Branchenverbands VDMA um fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zurück, das sei "dramatisch", sagt Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse. Er rechnet 2009 mit einem Produktionsrückgang von bis zu 20 Prozent - der größte Einbruch seit 1950. VDMA-Präsident Manfred Wittenstein ist dennoch optimistisch: Er sieht "große Chancen, dass der Auftragseingang 2010 wieder anzieht".

Zu einem wesentlich düstereren Ausblick kommt die Unternehmensberatung Roland Berger in einer Studie, die dem Handelsblatt vorliegt: Danach könnte die Krise im Maschinenbau bis zum Jahr 2012 dauern. Die Experten berufen sich unter anderem auf eine Umfrage unter 800 Managern der Branche. Grund ist der Niedergang der Abnehmer-Industrien: Der Umsatz im Automobilbau werde dieses Jahr um 32 Prozent einbrechen, in der Kunststoff-Branche um 18 Prozent und in der Metallindustrie um zehn Prozent, schreiben die Autoren. "Die Schlüsselindustrien sind akut bedroht und werden Produktion und Investitionen massiv herunterfahren."

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