Maschinen- und Anlagenbau
Maschinenbau: Starke Weltmarktstellung nicht gefährdet

Der starke Kurs des Euros lässt den deutschen Maschinen- und Anlagenbau noch relativ kalt. Der derzeitige Boom der Branche gleicht vieles aus. Die Maschinenbauer erwarten 2007 eines der besten Jahre der Nachkriegszeit mit einem Wachstum von elf Prozent.

DÜSSELDORF. Sowohl der Export als auch der wieder erstarkte Inlandsmarkt laufen hervorragend. Angesichts der sehr gut ausgelasteten Kapazitäten ist mancher Maschinenbauer froh, wenn er bei den Aufträgen auswählen kann. Der deutsche Maschinenbau erzielt über 75 Prozent seines Umsatzes im Ausland.

Doch es gibt erste Anzeichen, dass sich die ungünstigen Wechselkurse im Maschinenbau auswirken. "Unsere Lieferungen in die USA sind in den ersten sieben Monaten nur noch um nominal 1,1 Prozent gestiegen und wirken damit beinahe wie eine Wachstumsbremse“, klagte der vor kurzem ausgeschiedene Präsident des Fachverbandes VDMA, Dieter Brucklacher, Anfang Oktober. Die USA sind mit einem Anteil von 9,3 Prozent der wichtigste Exportmarkt der Branche vor Frankreich und China. Vor einem Jahr betrug der Anteil der Exporte in die USA noch elf Prozent. Hier wirkt sich neben dem Wechselkurs auch die Konjunkturschwäche in den USA besonders in der Autoindustrie und im Bauwesen aus.

"Der hohe Euro bläst uns bei den Exporten immer stärker den Wind ins Gesicht“, klagt Brucklacher. "Nicht nur im Verhältnis zum US-Dollar, sondern insbesondere zum Yen haben wir bereits den einen oder anderen Auftrag an einen Wettbewerber aus den entsprechenden Währungsräumen verloren.“ Zwar ist auch die japanische Währung etwas aufgewertet worden, aber längst nicht so wie der Euro. Durch die Bindung der chinesischen Währung an den Dollar spüren die deutschen Maschinenbauer besonders in Asien die Konkurrenz der Japaner.

Einen Vorteil haben die deutschen Maschinenbauer durch ihre starke Stellung im Markt und ihre technologische Spitzenposition. "Spezialisten haben es weniger schwer, weil ihre Produkte weniger austauschbar sind“, sagt Ralph Wiechers, Konjunkturexperte des VDMA. Außerdem sitzen die größten Konkurrenten der deutschen Maschinenbauer häufig auch im Euroraum, haben also die gleichen Probleme.

Marktführer wie der weltweit größte Hersteller von Abfüllanlagen Krones leiden wenig. "Im Großen und Ganzen hat uns der schwache Dollar bisher nicht gebremst“, sagte Krones -Chef Volker Kronseder vor kurzem dem Handelsblatt. "Wir bieten unsere Anlagen vor allem in Euro an.“ Krones hat in den USA keinen Konkurrenten, der komplette Anlagen bauen und installieren kann. Die Japaner fertigen größtenteils für den eigenen Markt.

Schlechter sind da Heidelberger Druckmaschinen dran. Der Weltmarktführer bei Druckmaschinen hat in Komori einen starken Wettbewerber in Japan. Dieser hat nach Analystenschätzungen inzwischen einen Preisvorteil von rund 20 Prozent gegenüber Heideldruck. USA und China sind für die Heidelberger die beiden wichtigsten Auslandsmärkte mit einem Anteil von jeweils rund zehn Prozent. Zwar betonte Heideldruck -Chef Bernhard Schreier vor kurzem, dass man Marktanteile gehalten habe, räumte aber auch eine um 20 bis 25 Mill. Euro höhere Belastung durch den Eurokurs im Vergleich zum Vorjahr ein. Analyst Richard Schramm von HSBCTrinkaus & Burkhardt erwartet für das nächste Jahr eine noch um 45 Mill. Euro höhere Belastung durch die Währung. Wie viele Maschinenbauer fertigt Heideldruck noch überwiegend in Deutschland, ein Werk in China ist erst im Aufbau. Doch will der Konzern den Einkauf aus dem Dollarraum steigern, damit neben der internationalen Vertriebsmannschaft mehr Kosten in Dollar abgerechnet werden können.

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