Maschinenbau
GEA streicht mehr Stellen als befürchtet

Es ist erneut ein Beleg dafür, wie schwer die deutschen Maschinenbauer unter der Wirtschaftskrise leiden: GEA muss mehr Stellen abbauen als bisher geplant. Statt 800 trifft es nun 1 300 Mitarbeiter. Dabei gab es beim Blick auf den Auftragseingang eine positive Nachricht.

HB BOCHUM. Der Maschinenbauer GEA baut wegen der anhaltenden Unsicherheit über den Fortgang der Wirtschaftskrise mehr Stellen ab als geplant. "Aufgrund der weiterhin vorhandenen Marktschwäche in nahezu allen Kundensegmenten und Regionen haben wir zwischenzeitlich eine zweite Stufe unseres Maßnahmenplans zur Kapazitätsanpassung beschlossen", sagte Konzernchef Jürg Oleas am Donnerstag in Bochum. Nun sollen 1 300 der aktuell rund 21 000 fest angestellten Mitarbeiter gehen statt bislang maximal 800. Das zusammen mit einer Stabilisierung der Auftragseingänge im zweiten Quartal kam an der Börse gut an: Der Kurs stieg im frühen Handel um rund ein Prozent auf 10,70 Euro.

Der Auftragseingang fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur noch um 18,6 Prozent auf 1,036 Milliarden. Damit lag der Rückgang unter dem Niveau des ersten Quartals mit seinen 22 Prozent. Der Umsatz litt allerdings angesichts eines dünner werdenden Orderbuchs stärker und büßte um 14,8 Prozent auf 1,104 Mrd. Euro ein. Der Überschuss schmolz unter anderem wegen der geringeren Auslastung der Fabriken und Kosten für den Stellenabbau von 72,5 auf 32,4 Mio. Euro.

Die Kosten für den kompletten Umbau steigen nun auf 60 Mio. Euro. Einsparen will GEA nun insgesamt 164 Mio. Euro jährlich, 30 Mio. Euro mehr als bislang. Der Stellenabbau ist dabei nur ein Teil der Sparmaßnahmen. Mehr als 800 Mitarbeiter sind derzeit in Kurzarbeit, hunderte Leiharbeiter mussten gehen.

Eine Prognose traut sich GEA-Chef Oleas weiterhin nicht zu zu. "Aufgrund der unverändert hohen Volatilität in den Märkten sehe ich noch immer keine zuverlässige Basis für einen Ausblick auf die Geschäftsentwicklung der GEA im Geschäftsjahr 2009." Das Unternehmen weiterhin nur allgemein damit, dass Auftragseingang, Umsatz und die Marge sinken. "Nach wie vor kann aus unserer Sicht eine nochmalige Verschärfung der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht ausgeschlossen werden", warnte das Unternehmen.

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