Maschinenbau
Gea will mit gestraffter Struktur sparen

Der Maschinenbau-Konzern Gea stellt seine Unternehmensstruktur um und will damit einen zweistelligen Millionenbetrag einsparen. Ein weiterer Stellenabbau ist möglich. Der Schritt soll außerdem der Vorbereitung künftiger Übernahmen dienen.

HB BOCHUM. Mit Beginn des Jahres 2010 werde das bislang in neun Divisionen aufgeteilte Geschäft in fünf neue Segmente gegliedert, teilte Gea am Dienstag in Bochum mit. Mit der Aufteilung nach Produkten und Anwendungen will der im MDax notierte Konzern zukünftige Übernahmen besser integrieren und in den nächsten Jahren einen höheren zweistelligen Millionenbetrag Euro einsparen.

An der Börse waren die Gea-Papiere sehr gefragt. Am Vormittag stiegen die Aktien um 5,11 Prozent auf 14,80 Euro und lagen damit an der Spitze des Index mittelgroßer Werte. "Das wirkt auf den ersten Blick positiv", kommentierte ein Händler die Pläne. Insgesamt unterstütze das seinen Eindruck, dass das Management alles versuche, um die Profitabilität zu steigern. Gleichzeitig zeige der Schritt, dass die Konzernleitung Kritikpunkte, wie etwa mangelnde Transparenz, ernst nehme.

Zukünftig will Gea über die Ergebnisse jedes der fünf Segmente berichten. Bislang teilte Gea die neun Divisionen in zwei Segmente auf. Die seit zwölf Jahren weitgehend unveränderte Struktur habe im Zuge von Wachstum und Zukäufen zu vielen Produktüberlappungen geführt, sagte der Vorstandsvorsitzende Jürg Oleas. Deutlich wird das bei den Wärmetauscher-Aktivitäten, die derzeit noch über fünf Divisionen gestreut sind. Künftig sollen sie in einem Segment geführt werden. Sie machen mehr als ein Drittel des Konzernumsatzes aus.

Das Portfolio soll bestehen bleiben. Ziel sei es, vor allem in Produktion und Verwaltung Kosten zu reduzieren. Die neue Struktur soll Anfang kommenden Jahres umgesetzt werden. Über Details und einen möglichen Stellenabbau werde der Gea-Vorstand bei der Vorstellung der Quartalsergebnisse Ende Oktober berichten.

Gea hatte nach einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal keine genaue Geschäftsprognose für das Gesamtjahr gewagt und lediglich bekräftigt, dass Umsatz und Gewinn sinken werden. Wegen der Unsicherheit über die künftige Entwicklung will Oleas insgesamt 1300 der rund 21 000 Arbeitsplätze streichen. Dabei kam Gea bislang verglichen mit Konkurrenten glimpflich durch die Krise, weil die Bochumer unter anderem die vergleichsweise konjunkturstabile Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie beliefern. Einen weiteren Stellenabbau kann der Konzern aber nicht ausschließen. Es gelte nach wie vor, dass sich der Konzern weitere Schritte vorbehalte, sagte ein Sprecher am Dienstag.

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