Maschinenbau
Hauen und Stechen bei Sulzer

Der russische Großaktionär Viktor Vekselberg bringt beim Maschinenbauer Sulzer die Puppen zum Tanzen. Milliardär Vekselberg will nämlich den Verwaltungsratspräsidenten aus dem Amt drängen.

HB ZÜRICH. Beim Schweizer Maschinenbauer Sulzer ist ein offener Machtkampf ausgebrochen. Der Großaktionär, der russische Milliardär Viktor Vekselberg, will Verwaltungsratspräsident Ulf Berg aus dem Amt drängen. Auf der Aktionärsversammlung am 8. April werde Vekselbergs Gesellschaft Renova Berg nicht wiederwählen, teilte Renova am Montag mit. Das Vertrauensverhältnis zu Berg sei gestört, erklärte ein Sprecher.

In dem Kräftemessen hat Renova mit einem Aktienanteil von 27 Prozent gute Karten. Der einzige andere große Aktionär ist die US-Fondsgesellschaft Fidelity mit einem Anteil von fünf Prozent.

Berg, der Verwaltungsrat-Präsident bleiben will, warf Vekselberg vor, den Kurs des Managements ändern zu wollen. „Ich glaube, wir sprechen über einen Richtungswechsel, bei dem ein großer Aktionär sich im Verwaltungsrat anders vertreten sehen will und Maßnahmen ergreift, um das zu erreichen“, sagte er Reuters. Viele andere Aktionäre dürften hingegen eine Fortsetzung des derzeitigen Kurses befürworten, betonte er.

Das Verhältnis zwischen Berg und Vekselberg ist seit längerem angespannt. Am Markt ist wiederholt spekuliert worden, dass Renova Sulzer oder Teile davon längerfristig mit dem ebenfalls von ihr kontrollierten Anlagenbauer OC Oerlikon zusammenführen könnte. Um dies zu verhindern, hatte Berg die Eintragung der über Nacht aufgebauten Beteiligung von Renova lange hinausgezögert und im Oktober 2007 schließlich einem Stillhalteabkommen zugestimmt. Demzufolge darf Renova ihre Beteiligung noch bis Ende Mai nicht auf über ein Drittel ausbauen. Danach allerdings darf Renova, die bereits zwei Vertreter im achtköpfigen Sulzer-Verwaltungsrat hat, ihren Einfluss auf den Traditionskonzern ausbauen.

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