Maschinenbau-Konzern
Gildemeister baut seine Umweltsparte aus

Normalerweise verdient der Maschinenbauer sein Geld mit Werkzeugmaschinen. Nun will Gildemeister verstärkt in Umwelttechnologien investieren. Dazu gehören auch komplette E-Zapfsäulen.
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BielefeldWenn der Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister Gäste vom Bahnhof abholt, dann fährt ein aufsehenerregendes Elektroauto vor: ein grün-weißes Tesla-Sportcoupé mit großem Gildemeister-Schriftzug an den Seiten. Das amerikanische Elektromobil mit der superschnellen Beschleunigung und dem unbequemen Ein- und Ausstieg soll zeigen, dass es der Werkzeugmaschinen-Konzern ernst meint mit der erneuerbaren Energie.

Eigentlich verdient Gildemeister sein Geld mit Werkzeugmaschinen sowie Dreh- und Fräsanlagen, Geräte also, mit denen andere ihre Produkte herstellen. Doch künftig sollen die Industriekunden auch komplette Energiekomponenten in Bielefeld einkaufen und so die schwankenden Umsätze im zyklischen Stammgeschäft glätten.

Angekommen auf dem weitläufigen Firmengelände zeigt Konzernchef Rüdiger Kapitza Besuchern ausdauernd, was er im Angebot hat: Anlagen zur Erzeugung von Solarstrom und Windenergie und eine Tankstelle, die Elektroautos oder Roller schnell mit grünem Strom betankt.

Gildemeister baut seinen Umweltbereich, konzernintern Energy Solutions genannt, aus. 300 Millionen Euro sind das Umsatzziel für die nächsten Jahre, bei einem Konzernumsatz von 1,4 Milliarden Euro. Auf der anstehenden Werkzeugmaschinenmesse Emo Mitte September in Hannover wird Gildemeister die Tankstelle mitsamt Tesla-Auto, Elektro-Smart, Elektroroller und Fahrrad präsentieren, auf der Autoschau IAA dagegen nicht. „Wir zielen auf Kunden aus der Industrie“, sagt Kapitza im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Unser Motto ist: Machen Sie einen Teil des Stroms selber.“

Begonnen hat Gildemeister das Engagement in erneuerbare Energien vor fünf Jahren. Die Würzburger Tochterfirma A+F, ursprünglich ein Zulieferer, präsentierte ein Nachführsystem für Solarmodule, die dadurch ihre Position dem jeweiligen Sonnenstand anpassen können. „Wir haben vom Solarboom profitiert und ganze Solarparks projektiert“, sagt Kapitza.

Zwei Jahre verdiente Gildemeister prächtig und steigerte den Umsatz des Bereichs auf rund 200 Millionen Euro. Mit dem Verfall der Preise für Solarmodule und schwierigeren Finanzierungen schrumpfte das Geschäft, und der Bereich rutschte in die roten Zahlen. Analysten wie Stefan Maichl von der LBBW stehen dem neuen Bereich von Gildemeister deshalb eher skeptisch gegenüber. „Nur wenn er angemessene Erträge erwirtschaftet, kann er ein Gegengewicht zum zyklischen Geschäft mit Werkzeugmaschinen sein“, sagt er.

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