Maschinenbau
Manroland-Umsatz bricht ein

Deutschlands zweitgrößter Druckmaschinenhersteller Manroland bleibt im Umsatztal. Die Auftragsbücher bleiben leer. Nun will das Unternehmen seinen Sparkurs verschärfen.
  • 0

HB FRANKFURT. Deutschlands zweitgrößter Druckmaschinenhersteller Manroland bleibt im Umsatztal. In den ersten neun Monaten des Jahres brach der Umsatz um 32 Prozent auf 850 Mio. Euro ein, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. "Obwohl es erste Anzeichen für ein Ende der Talfahrt im Maschinenbau gibt, sehen wir noch keine Erholung", sagte eine Sprecherin in Offenbach. Im dritten Quartal lagen die Umsätze mit 290 Mio. Euro sogar um 37 Prozent unter dem Niveau von 2008. Auch der Auftragseingang macht Manroland wenig Mut. "Wir liegen spürbar unter Vorjahr, aber im Branchentrend", sagte die Sprecherin.

Der Branchenverband VDMA hatte für die Druckmaschinenbauer zuletzt ein Minus von 49 Prozent für die ersten neun Monate gemeldet. Heidelberger Druck will am Dienstag Geschäftszahlen für sein zweites Quartal vorlegen. Dort ging der Auftragseingang zwischen Juli und September um 26 Prozent zurück. Die Nummer drei Koenig & Bauer folgt mit Quartalszahlen am Freitag.

Manroland-Großaktionär Allianz hatte Fusionspläne mit Heidelberger Druck Anfang Oktober gestoppt. Der neue Allianz-Finanzvorstand Oliver Bäte antwortete am Montag auf die Frage nach der Zukunft von Manroland allgemein: "Wir haben keine konkreten Verkaufsabsichten im Konzern." Für die Beteiligungen an Manroland und dem Verkaufsautomaten-Hersteller Selecta wies die Allianz in den ersten neun Monaten zusammen 41 Mio. Euro Verlust aus.

Dem defizitären Druckmaschinenbauer bleibt damit nur Sparen. Für weitere 450 der 8200 (Vorjahr: 8650) Mitarbeiter wurde ein Sozialplan unterzeichnet. Sie sollen ebenso bis März 2011 gehen wie die 625 Beschäftigten, deren Stellen bereits im Frühjahr gestrichen worden waren. Nehmen nicht genügend Beschäftigte das Angebot an, seien Anfang 2010 auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen, sagte die Sprecherin. Praktisch alle 6400 Mitarbeiter in Deutschland arbeiten kurz.

Kommentare zu " Maschinenbau: Manroland-Umsatz bricht ein"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%